Autoimmunthyreoiditis [Hashimoto]

Synonyme
ICD-Code

Hashimoto-Thyreoiditis
E06.3

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Schwindel bei Autoimmunthyreoiditis (Hashimoto) - ein Erfahrungsbericht
Erstmalig hatte ich Schwindelgefühle völlig unerwartet beim Einkaufen. Mitten im Supermarkt war plötzlich das Gefühl als würde mir schwarz vor Augen werden und ich falle jeden Moment um. Das passierte aber nicht. Später verstärkten sich die Symptome und ich merkte, dass mein Herz stolperte, anfing zu rasen und mit einem Mal der Kreislauf abschoss, sodass das heimische Blutdruckmessgerät nicht mehr in der Lage war, die Werte zu messen. Mit der Zeit kannte ich somit das Problem und hatte noch die nötige Zeit mir einen Platz zum Hinsetzen oder Hinlegen zu suchen.

Diese Schwindelanfälle mit Kreislaufbeschwerden kamen völlig unerwartet, für mich unerklärlich und für meinen Hausarzt zunächst auch. Nachfolgend wurde ich zunächst zum Pneumologen geschickt, der meine Lungenfunktion überprüfte. Das war alles in Ordnung, sodass ich ohne Ergebnis zum nächsten Arzt überwiesen wurde- dem Kardiologen. Auch der konnte abgesehen von einer leichten Tachykardie keine Unregelmäßigkeiten am Herzen finden, die von Bedeutung wären, somit lag es daran auch nicht und so langsam war ich am Verzweifeln. Da ich auch an einer Angststörung leide, wurde das ganze zunächst auf eine psychosomatische Auswirkung geschoben. Angeblich hätte ich dann Panikattacken. Das erklärte sich mir aber auch nicht wirklich, da ich für eine Panikattacke ja irgendwelche psychischen Auslöser bräuchte für gewöhnlich.

Nach einiger Zeit wurde dann mal wieder Blut abgenommen und die Schilddrüsenwerte allesamt getestet inklusive der Antikörperparameter. Da hieß es auch zunächst dass alles ok wäre, ich habe mir die Werte aber mitgeben lassen und selbst recherchiert. Der TSH - Wert lag nach neuen Normen ganz grenzwertig am Höchstwert zum Normalen und auch die Antikörper waren genau auf dem Grenzpunkt. Somit entschied ich mich einen Termin bei einem Endokrinologen zu vereinbaren, um das ganz genau abklären zu lassen.

Als endlich der Tag gekommen war, fuhr ich voller Erwartungen mit den letzten Blutergebnissen in der Tasche dorthin. Zunächst habe ich einen Fragebogen ausgefüllt zur allgemeinen Anamnese und anschließend fand ein Arztgespräch statt. Auch der Endokrinologe meinte, dass die Werte sehr grenzwertig sind und man sich die Schilddrüse direkt einmal im Ultraschall angucken sollte.
Das konnte auch gleich gemacht werden und das Ergebnis war aufschlussreich. Der linke Schilddrüsenlappen war beginnend verkleinert und insgesamt war die Schilddrüse recht echoarm. Das ganze in Verbindung mit den Blutwerten betrachtet ergab die Diagnose von einer Autoimmunthyreoiditis (Hashimoto). Das erklärte ebenso die Schwindelanfälle und Kreislaufattacken. Immer dann, wenn ein Teil Schilddrüsengewebe abgebaut wurde, sind die eingelagerten Hormone mit einem Mal ins Blut freigegeben worden und es kam, wenn auch langfristig eine Unterfunktion und letztendlich Dysfunktion entsteht, zu einer kurzfristigen und sehr abrupten Überfunktion. Bis zur endgültigen Unterfunktion kann es bei Beginn der Erkrankung immer wieder zu kurzen Überfunktionsphasen kommen, wenn Schilddrüsengewebe abgebaut wird.

Ich hatte endlich eine Erklärung für die plötzlichen Schwindel - und Kreislaufattacken. Man konnte zwar nichts Großartiges dagegen tun, da aber auch eine leichte Tachykardie unabhängig von der Schilddrüse vorlag, bekam ich in kleinen Dosierungen Bisoprolol verschrieben, ein Blutdruck - und Kreislaufmedikament, das das Ganze etwas bremsen soll. Ich nehme jetzt eine tägliche kleine Dosis des Medikaments und habe für den Fall eines Schwindelanfalls immer eine Dosis unterwegs bei mir. Inzwischen sind die Attacken weniger geworden und ich fühle mich wieder sicherer. Es ist ein schlechtes Gefühl, wenn man nicht weiß, ob man plötzlich umfallen könnte, insbesondere bei der Teilnahme am Straßenverkehr.
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