Rezidivierende depressive Störung

Synonyme
ICD-Code

keine
F33.-

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Erfahrungsbericht: Citalopram gegen mittelgradige rezidivierende Depression und generalisierte Angststörung
Ich nehme Citalopram seit ungefähr 10 Jahren ein, jedoch nicht durchgängig, sondern immer nur ca. 6-12 Monate lang, dann setze ich es wieder ab. Bei der nächsten depressiven Episode nehme ich es dann erneut ein. Meine Diagnose lautet: mittelgradige rezidivierende Depression und generalisierte Angststörung. Die Depression äußert sich bei mir darin, dass meine Stimmung sehr gedrückt ist, ich kaum noch lachen kann und den ganzen Tag grüble. Außerdem bin ich schnell gereizt und alle Anforderungen sind mir zu viel.

Wenn ich Citalopram einnehme, beginne ich zunächst mit 10 mg die ersten Tage und dann erhöhe ich auf 20 mg. Zeitpunkt der Einnahme ist bei mir stets in der Früh. Am Anfang spüre ich gar keine Wirkung, ich fühle mich genauso mies wie zuvor. Erst nach 2 bis 3 Wochen merke ich, dass es mir langsam besser geht: Meine Stimmung hellt sich auf und ich habe wieder Lust, etwas zu unternehmen. Das Leben macht mir wieder Spaß. Ich werde auch ruhiger und kann gelassener mit Stress umgehen. Und ich schlafe besser. Gegen meine Angst hilft Citalopram leider gar nicht.
Im Laufe der Zeit habe ich festgestellt, dass 20 mg die beste Dosis für mich ist. Mein Arzt meinte zuerst, dass 10 mg reichen würden, aber da gingen meine Depressionen einfach nicht weg. Zum Glück hat er dann aber die Dosis erhöht.
Nach einigen Monaten setze ich Citalopram dann wieder ab. Das klappt bei mir problemlos, habe keine Entzugserscheinungen. Allerdings schleiche ich es ganz langsam aus, zuerst nur noch eine halbe, später noch ein paar Tage eine viertel Tablette. Dazu hat mir mein Arzt geraten, und damit komme ich gut zurecht.

Was die Nebenwirkungen betrifft, so hat Citalopram bei mir nur eine einzige Nebenwirkung, aber die finde ich schon störend: Citalopram dämpft bei mir die Libido und die Orgasmusfähigkeit. Das bedeutet, dass zwar die Depression weg ist, mein Liebesleben aber auch (fast ganz). Mein Arzt meinte, das sei ihm bekannt und verordnete mir aus diesem Grund ein anderes Antidepressivum, und zwar Mirtazapin. Das war gar nichts für mich, da ich Heißhunger auf Süßes bekam und 10 Kilo zugenommen habe. Ein anderes Mal verschrieb er mir Amitriptylin. Damit kam ich besser klar und es half auch gegen die Depression. Amitriptylin hatte aber etliche Nebenwirkungen: Ich war zu Beginn der Einnahme den ganzen Tag wie gerädert und kam trotz langem Schlafen nicht aus dem Bett. Außerdem hatte ich ständig einen trockenen Mund und litt unter Verstopfung. Und wenn ich abrupt aufstand, wurde mir schwindelig. Alles in allem waren mir die Nebenwirkungen von Amitriptylin doch zu stark.

Letztendlich bleibt also Citalopram für mich das Mittel der Wahl. Wegen der beschriebenen Nebenwirkung nehme ich es jedoch nur so lange, wie es unbedingt sein muss. Dann geht es mir meistens einige Monate gut, bis die Depression zurückkehrt. Natürlich gefällt es mir nicht, ständig auf Tabletten angewiesen zu sein. Deshalb mache ich seit mehreren Jahren schon eine Therapie. Leider hatte ich bislang noch keinen wirklichen Erfolg. Mein Therapeut meint, dass ich wahrscheinlich damit leben muss, dass ich immer mal wieder in ein depressives Loch falle.
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