Generalisierte Angststörung

Synonyme
ICD-Code

keine
F41.1

Aktuelle Beiträge

Meine generalisierte Angststörung und Behandlung mit Opipramol (Erfahrungsbericht)
Nach einer langen Zeit des Rätselns und Selbst - Nicht- Verstehens wurde bei mir 2005 die Diagnose einer generalisierten Angststörung gestellt. Vorher wurde ich von meinem Hausarzt eher auf depressive Episoden hin behandelt, unter anderem mit dem Versuch Paroxetin als Psychopharmakum einzusetzen. Als die Diagnose durch eine Fachärztin gestellt war, hat diese vorgeschlagen einen Behandlungsversuch mit Opipramol zu machen, da dieses spezifischer bei Ängsten angewendet wird, als dies bei dem bisherigen Medikament der Fall sei.

Zunächst habe ich morgens und abends jeweils 50 mg eingenommen. Ich hatte nur bei der ersten Einnahme sehr starke Nebenwirkungen, die sich in absoluter Schläfrigkeit und Benommenheit äußerten. Bereits nach der nächsten Einnahme hatten sich diese Nebenwirkungen deutlich verringert. In der Folge habe ich über mehrere Jahre Opipramol eingenommen, ohne großartige Nebenwirkungen, jedoch auch nicht mit überragenden angstlösenden Effekten.
Insbesondere in Belastungssituationen, wie vor meiner praktischen Prüfung zum Berufsabschluss, konnte ich fast nicht aus dem Haus gehen, da ich morgens zitternd und von Bauchschmerzen gequält vor der Tür stand. Auch das Schlafen war in solchen Situationen nicht sehr gut. Schon beim Wachwerden in der Nacht zählte ich die noch verbleibenden Stunden herunter und konnte nicht mehr einschlafen.

Im nachfolgenden Gespräch mit meinem Hausarzt wurde die Dosis Opipramol schrittweise auf 150 mg morgens und 50 mg abends erhöht. Für eine Zeit ging es mir dadurch etwas besser, wobei die psychosomatischen Auswirkungen mir weiterhin zu schaffen machten. Bis ich 2013 schwanger wurde, habe ich Opipramol mit mittelmäßig zufriedenstellenden Ergebnissen weiter eingenommen. Nach Feststellung der Schwangerschaft habe ich das Medikament schrittweise ausgeschlichen. Zu Beginn der Schwangerschaft habe ich noch ein Personalbüro geleitet, jedoch war der Druck und die Anforderungen durch den Arbeitgeber unerfüllbar, sodass ich bis zum Mutterschutz wegen chronischem Erschöpfungssyndrom krank geschrieben war. Ansonsten war ich trotz schrittweisen Absetzens des Opipramols in der Schwangerschaft psychisch stabil.

Nach der Entbindung und der Stillzeit wollte ich mir eine weitere Meinung einholen und suchte eine Psychiaterin und Neurologin auf. Ihr berichtete ich auch meine Erfahrungen mit Opipramol. Interessant dabei war auch, dass ich zwar keinen herausragenden Positiveffekt bemerkt habe, jedoch als ich mich einmal vertan hatte und mir das Medikament über ein langes Wochenende (Osterfeiertage) fehlte, sofort in ein tiefes Loch fiel. Abruptes Absetzen war somit nicht möglich, die Auswirkungen waren Ängstlichkeit, depressive Verstimmungen, Weinerlichkeit, das Osterfest konnte ich gar nicht genießen, alles erschien mir unüberwindbar und schwierig. Als ich das Opipramol wieder einnehmen konnte - nach dem zwangsläufigen Entzugswochenende - ging es mir schnell wieder besser.

Im Gespräch mit der Fachärztin entschieden wir, dass Opipramol zwar Wirkungen gezeigt hatte, jedoch zu wenig spezifisch auf psychosomatische Abläufe einwirkte und langfristig auch nicht genug angstlösende Wirkung zeigte. Als Alternative wurde mir Duloxalta verordnet. Hier konnte ich bereits nach kurzer Eindosierungszeit eine Verbesserung der kreisenden Gedanken morgens vor Stresssituationen bemerken sowie einen deutlichen, nahezu gänzlichen Rückgang der psychosomatischen Beschwerden, wie Bauchschmerzen, Kloß im Hals, sich eingeschnürt fühlen und Übelkeit.
Opipramol ist ein gutes nebenwirkungsarmes Medikament, das durchaus hilfreich sein kann, bei mir aber keinen ausreichenden Effekt erzielen konnte, aufgrund der wechselwirkenden Komponente mit der Psychosomatik.
» Um diesen Beitrag als unregistrierter Benutzer zu kommentieren bitte hier klicken