Migräne

Synonyme
ICD-Code

starke chronische Kopfschmerzen
G43.-

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Erfahrungsbericht: Migräne, als der Schmerz mein Leben bestimmte
Millionen Menschen leiden unter Migräne, verschiedenster Art. Viele kämpfen dagegen an, aber nur manche gewinnen den Kampf. Ich kann sagen, dass ich es geschafft habe, schmerzfrei oder besser „Migräne frei“ zu sein. Das Erste, was mir zu den Jahren einfällt, in denen ich fast täglich von einem wahnsinnigen Kopfschmerz, regelrecht heimgesucht wurde, ist das Wort "Kraft". Mit 15 Jahren hatte ich die ersten Anfälle...

In einem abgedunkelten Raum, abgeschirmt von Geräuschen und Gerüchen versuchte ich den Schmerz irgendwie über mich ergehen zu lassen. Oft mit starken Schmerzmitteln, manchmal tagelang, begleitet von der Unverständnis meines Umfeldes.
„Die hat wieder Kopfweh...“ hieß es in meinem Freundeskreis. Sogar mein Ehemann hatte immer seltener Verständnis, wenn ich entweder mit Schmerztabletten vollgepumpt war, oder mich stundenlang ins Bett legen musste. Die Migräne kam in einem Rhythmus, war aber Zyklus unabhängig, was die Sache nicht gerade erleichterte, wenn man Termine, Urlaub oder einfach nur ein paar entspannende Tage planen wollte. Auf schmerzfreie Tage folgte immer der unablässige Schmerz.
Eine normale Krankenkassen-Behandlung stellte sich in den ganzen Jahren eher als eine symptomatische Behandlung heraus. In der Pubertät empfahl man mir die Antibabypille, mit 22 Jahren bekam ich neben starken Schmerztabletten auch Massagen, Physiotherapie und wurde als „chronisch“ eingestuft. Spezielle Migräne-Hemmer stellten sich bei mir als wirkungsfrei heraus.
Nicht nur der Schmerz bestimmte mein Leben, sondern auch die damit verbundene Übelkeit. Natürlich wurde ich genauestens untersucht, ob ich Blutgerinnsel, einen Tumor, oder andere Ursachen für meine Schmerzen habe. Es war eine mühselige Odyssee von Neurologe zu Neurologe. Gefunden hat niemand etwas.

Migräne kostet Kraft und Lebenszeit

Mit 31 Jahren begann dann meine Familienplanung. Schmerzmittel musste ich selbstverständlich reduzieren, beziehungsweise ganz weglassen. In der Schwangerschaft begann ich mein Leben zu verändern. Ich ließ bis heute den Alkohol weg, versuchte Stress zu reduzieren und mit alternativen Möglichkeiten, mein inneres Gleichgewicht zu finden. Yoga, Meditation, Autogenes Training halfen mir, nicht gegen den Schmerz zu kämpfen, sondern mit dem Schmerz umzugehen. Eine Ernährungsumstellung nach meinem dritten Kind brachte dann die vollkommene Veränderung. Über mehrere Jahre und nach drei Schwangerschaften bemerkte ich, wie sehr mein Körper auf Nahrungsmittel reagierte. Dinge, die meinen Körper übersäuerten, schlugen sich bei mir tatsächlich in Migräne nieder. Für zu viel Histamin in Salami, Pommes Frites, Rotwein oder Käse bekam ich die sprichwörtliche Quittung schon am nächsten Tag.

Entspannung, Sport, Bewegung, sensibel und offen zu werden, für das, was mir gut tut, hat mir geholfen, meine Migräne loszuwerden. Nicht jeder Mensch hat natürlich eine Laktoseintoleranz, Glutenunverträglichkeit oder reagiert so negativ auf Histamin, mit Migräne, wie ich es tue. Wichtig ist, dass man einen Arzt findet, der über eine symptomatische Behandlung hinaus geht. Migräne-Patienten brauchen viel Kraft und haben auch nicht selten mit Depressionen zu kämpfen.
Eine nachhaltige Sensibilisierung für den eigenen Körper, viel Aufklärung über mögliche Ursachen und alternative Behandlungsmöglichkeiten, haben mir viel mehr gebracht, als sämtliche Schmerzmittel, die ich im Lauf der Jahre ausprobiert hatte.
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Meine Erfahrung mit Migräne
Es fing alles in der Schwangerschaft an. Zunächst dachte ich, dass es das berühmte Kopfweh ist, von welchem die Frauenärzte, Hebammen und Mütter immer erzählten. Sie sagten mir, dass Kopfschmerzen eine ganz normale Begleiterscheinung der Schwangerschaft sei und ich nahm das so hin. Zuerst hatte ich jeden Tag nur leichte Kopfschmerzen. Doch dieser ständige Druck, welcher auf meinen Schläfen lastete, ließ mich verrückt werden. Ich konnte mich nicht konzentrieren, war ständig gereizt und müde. Dies alles wurde auf meine Schwangerschaft geschoben, bis dieser eine Abend kam, nach welchem ich beschloss, mich an einen speziellen Arzt zu wenden.

Es war ein Abend, wie jeder andere, und ich hatte ein paar Freunde zu einem Spieleabend eingeladen. Wir aßen, tranken und lachten viel, doch der leichte Kopfschmerz, welcher mich bereits seit einigen Wochen begleitete machte, sich wieder bemerkbar. Ich beschloss eine normale Kopfschmerztablette zu nehmen, um den Abend genießen zu können, doch das Kopfweh hielt sich hartnäckig. Der Schmerz wurde immer schlimmer, aber ich wollte als Gastgeberin nicht unhöflich sein und meine Freunde fortschicken. Also hielt ich den Schmerz aus und zählte die Minuten, bis es spät wurde und sich meine Gäste verabschiedeten. Ich ging sofort ins Bett und legte mich hin. Meine Schläfen pochten, meine Augen taten weh und schon das leiseste Geräusch führte dazu, dass mein Kopfschmerz schlimmer wurde. Das Licht tat in meinen Augen weh und ich bat meinen Freund jegliches Licht zu meiden. Selbst das Display seines Handys war für mich unerträglich - obwohl ich die Augen geschlossen hatte. Der Schmerz wurde noch stärker, ich konnte mein Zahnfleisch und meine Schläfen pochen fühlen. Ich fühlte mich, als ob mein Kopf bald explodieren würde. Ich bat meinen Freund darum, mir Kühlpacks aus dem Eisfach zu holen, welche ich mir auf die Schläfen rechts und links legte. Doch selbst das war für mich kaum auszuhalten. Jede kleinste Bewegung, welche ich mit meinem Kopf machen musste, führte dazu, dass ich noch mehr Schmerzen empfand. Ich schloss meine Augen, hielt die Kühlpacks an meine Schläfen und versuchte mich zu entspannen. Ganz langsam wurde es besser, da sich dank der Kühlpacks meine Venen zusammenzogen. Nach fünf Stunden schlief ich endlich ein.

Am nächsten Tag fühlte ich mich schlecht. Mit war schwindelig und ich hatte das Gefühl, einen Wackel-Dackel an Stelle meines Kopfes zu haben, da es äußerst schwer für mich war, ihn aufrecht zu halten. Da ich so eine Nacht und so einen Schmerz nie wieder ertragen wollte, wandte ich mich an eine Schmerzklinik. Nachdem ich den Ärzten dort meine Symptome geschildert hatte und einige Tests mit mir durchgeführt wurden war die Diagnose eindeutig: ich hatte Migräne. Da ich schwanger war, konnte mir nicht viel geholfen werden und ich bekam Paracetamol in höherer Dosis verschrieben, welche ich einnehmen sollte, wenn ich merkte, dass der Schmerz wieder so stark werden würde.

Nach meiner Schwangerschaft ging ich erneut in die Schmerzklinik, da sich die Migräne nicht gebessert hatte und ich ihr nur einigermaßen mit Stoßtrinken und Kühlpacks entgegenwirken konnte. Ich bekam endlich ein Migränemedikament Namens "Dolormin" mit dem Wirkstoff Ibuprofen verschrieben, welches die Schmerzen bereits vor dem Eintreten der starken Migräne verschwinden lässt. Ich kenne meinen Körper und weiß inzwischen gut zu unterscheiden, wann es sich bei meinen Kopfschmerzen um normales Kopfweh oder um einen kommenden Migräneanfall handelt. So kann ich beruhigt und ohne Angst davor, einem Migräneanfall zu unterliegen, meinem Tagesablauf nachgehen. Migräne ist nervig und schmerzvoll, doch mit einer guten Beratung und einer passenden Behandlung eines Arztes oder in einer Schmerzklinik, kann man gut damit leben.
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