Lyme-Borreliose [Lyme-Krankheit]

Synonyme
ICD-Code

keine
A69.2

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Erfahrungsbericht: Lyme-Borreliose vermutlich nach Zeckenbiss und chronischer Müdigkeit
Vermutlich leide ich schon seit meinem 12. Lebensjahr oder so an den Folgen von Lyme-Borreliose. Denn damals (den genauen Zeitpunkt weiß ich nicht mehr) hatte ich eine Zecke auf der Brust, die der Hausarzt leider unsachgemäß (mit Klebstoff, sollte man niemals tun!) entfernt hat. Und seit dieser Zeit plagte mich eine ständige, große Müdigkeit. Alltägliche Aufgaben, ob in der Schule oder später in der Lehre und in der Arbeit, fielen mir schwer, ich wollte immer nur ins Bett. Das Aufstehen war jeden Tag aufs Neue eine Qual und auch das Sozialleben litt darunter. Einige Vitaminspritzen brachten kurzfristig etwas Erleichterung, doch im Grunde habe ich den größten Teil meiner Pubertäts- und jungen Erwachsenenzeit im Bett verbraucht. Nie habe ich locker gelassen, wollte immer herausfinden, was die Ursache für meine außergewöhnliche Müdigkeit sein könnte. Die Ärzte waren genauso ratlos waren wie ich und Standard-Bluttests kamen immer ohne größere Auffälligkeiten zurück. Bis sich meine Symptome Mitte 2014 (ich war inzwischen 29 Jahre alt) abrupt, quasi über Nacht, extrem verschlimmerten.

Ich bekam furchtbare Gelenkschmerzen am ganzen Körper, dazu brennende und teilweise kribbelnde Gliedmaßen und extrem heiße Haut (musste ich teilweise sogar mit nassen Tüchern kühlen, nur um es auszuhalten), Gefühl geschwollener Finger und weitere mysteriöse Symptome. In der Rheumaklinik, die ich wegen der Schmerzen in den verschiedensten Gelenken aufsuchte, verschrieb man mir Cortison und erklärte mir einige Monate und Besuche später, dass es ihrer Meinung nach sich nicht um die typische Rheumatoide Arthritis handelt, sondern um infektassoziierte Arthritis. Um welchen Infekt es sich dabei genau handelt, lasse sich nicht mit Sicherheit feststellen, doch solle ich beruhigt sein, das ginge von alleine vorbei. Auf Borreliose wurde nur am Rande getestet, da sich diese Krankheit durch herkömmliche Labortests nur schwer nachweisen lässt bzw. Tests oft falsch-positive oder auch falsch-negative Ergebnisse liefern.

In der Zeit ist mir ein älterer Bluttest in die Hände gefallen. Die zum Teil positiven Ergebnisse bei "Borreliose" hatte ich damals nicht ernst genommen. Doch nun stellte ich Recherchen an, ob meine vielen, diffusen Symptome nicht vielleicht doch auf eine Borrelioseerkrankung schließen lassen. So fand ich eine Ärztin, die sich aufgrund eigener Erfahrungen auf Lyme-Borreliose und ihre Co-Infektionen spezialisiert hat. Sie hat immerhin CFS (Chronic Fatigue Syndrome) diagnostiziert und weitere Tests angeordnet. Dabei stellte sie viele verschiedene Infektionen fest, die auf ein - allem Anschein nach durch Lyme-Borreliose geschwächtes - Immunsystem zurückzuführen sind. Die Behandlung bestand in Virostatika zur Behandlung der verschiedenen Herpesvirusinfektionen und anschließend mehrwöchige Antibiose (Behandlung mit verschiedenen Antibiotika, abgestimmt auf die verschiedenen aktiven Infektionen). Gleichzeitig empfahl bzw. verordnete sie mir verschiedene Medikamente zur Unterstützung des Immunsystems und eine Ernährungsumstellung.

Meine Symptome, die ich bis heute habe, sind also im Grunde nur indirekt auf die Lyme-Borreliose zurückzuführen. Laut meiner Ärztin kann ich nicht erwarten, vollständig gesund zu werden. Doch wenn ich es schaffe, dass das "gute Immunsystem" (wie sie es ausgedrückt hat) überwiegt und die schlechten Viren und Bakterien in ihre Schranken verweist, geht es mir einigermaßen gut. Ich merke, wie wichtig es ist, dass man alle Stressoren so weit wie möglich aus seinem Leben verbannt. Denn Stress wirkt sich direkt auf die Funktion des Immunsystems aus. Inzwischen kann ich mein Leben wieder genießen. Ich habe gelernt, mit der Situation umzugehen, mein Leben anzupassen, und nicht zu viel von mir und meinem Körper zu erwarten.
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