Varizellen [Windpocken]

Synonyme
ICD-Code

keine
B01.-

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Erfahrungsbericht "Windpocken" im Erwachsenenalter
Wer bekommt schon mit 25 Jahren Windpocken? Ich. Natürlich im Hochsommer, wo der Juckreiz - durch ständiges Schwitzen - noch unerträglicher wurde. Ich zwar zwei Wochen lang außer Gefecht; rückblickend kann ich sagen, dass Windpocken eine echt miese Kinderkrankheit sind.

Der Arzt hat mich relativ schnell in einen eigenen Raum geholt. Klar, der Warteraum war voll mit Patienten und der Arzt hatte wohl wenig Lust, in den nächsten Tagen zehn weitere Patienten mit Windpocken zu behandeln. Ich schilderte der Ordinationsgehilfin meine Krankheitssymptome und habe schon, bevor ich zum Arzt gefahren bin, meine Symptome "gegoogelt", sodass ich auch in der Lage war, eine Art Verdachtsdiagnose zu stellen ("Ich glaube, ich habe Windpocken“, ist wohl einer der Sätze, die Ordinationsgehilfen nur ungern zu hören bekommen). Wer nämlich um vier Uhr in der Früh aufwacht und feststellt, merkwürdige Pusteln auf seiner Haut zu haben, wird kritisch. Ich habe schon Tage zuvor diverse Anzeichen verspürt, krank zu werden. Eigentlich war ich der Meinung, einen grippalen Infekt zu haben. Fieber, Schüttelfrost, Gliederschmerzen - das waren jedenfalls die Gründe, warum ich Montag in der Früh in der Arbeit angerufen habe und mich krank meldete. Dienstag dann die Diagnose Windpocken.

"Wo waren Sie in den letzten Tagen?", fragte mich der Arzt. Ich überlegte. Wo könnte ich mich angesteckt haben? Plötzlich kam mir die Erkenntnis. Ich bin vor einer Woche aus Disneyland Paris zurückgekommen. Klar, das Kinderparadies schlechthin - die Wahrscheinlichkeit, nach Disneyland eine Kinderkrankheit zu bekommen, ist wohl höher als in anderen Urlaubsorten.

Es war der schier unbändige Juckreiz, der mir tatsächlich zugesetzt hat. Ich habe zwar eine juckreizlindernde Lotion erhalten, die ich auf die Bläschen aufgetragen habe, wobei - rückblickend betrachtet - die Wirkung eher schwach war. Vielmehr war ich mit den Schüttelmixturen beschäftigt, die dafür sorgten, dass die Bläschen austrockneten. Zudem versorgte mich mein Arzt mit fiebersenkenden Medikamenten.

Die ersten Tage waren der pure Horror. Der Juckreiz, das Fieber, die typischen Grippe-Symptome, verbunden mit einer Kinderkrankheit - das hat mich enorm geschwächt. Mein Arzt meinte, das sei normal; schlussendlich seien Kinderkrankheiten, wie etwa Windpocken, im Erwachsenenalter weitaus schlimmer. Ein schwacher Trost.

Nach einer Woche ging es mir besser. Nach zwei Wochen war der Spuk vorbei. Einerseits war ich froh, dass es zu keinen Komplikationen gekommen ist; andererseits war der Verlauf der Windpocken derart stark, dass ich kaum nachgekommen bin, die Schüttelmixtur aufzutragen. Spätestens dann, wenn man sich für eine Woche nicht den Kopf wäscht, weil die Bläschen sogar auf der Kopfhaut sind, beginnt man die Windpocken tatsächlich zu hassen.
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