Seropositive chronische Polyarthritis

Synonyme
ICD-Code

Rheumatoide Arthritis
M05.-

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Rheumatoider Arthritis schon seit der Kindheit - ein Erfahrungbericht
Schon als kleines Mädchen erkrankte ich an rheumatoider Arthritis, es fing alles an im Alter von etwa zehn Jahren an, als ich plötzlich an beiden Händen geschwollene Fingergelenke bemerkte, die zudem heiß und gerötet waren. Bereits nach einigen Tagen sind diese Beschwerden aber wieder abgeklungen, sodass sich auch meine Eltern zum damaligen Zeitpunkt noch keine großen Sorgen machten. Aber es sollte nicht lange dauern, da traten die gleichen Beschwerden erneut auf und meine Eltern gingen mit mir zum Hausarzt. Dieser war jedoch erst mal ziemlich ratlos und hatte überhaupt nichts mit Rheuma im Sinn, sondern vermutete eine Überempfindlichkeit gegen Haushaltsreiniger oder Insektenstiche als Ursache. Also gingen meine Eltern mit mir auch noch zum Kinderarzt, der jedoch sehr stutzig wurde und meine Eltern fragte, ob in unserer Familie rheumatische Erkrankungen bereits bekannt waren.

Er stellte also erstmals die Verdachtsdiagnose rheumatoide Arthritis und überwies uns an einen Spezialisten, also an einen Kinder-Rheumatologen in einem Universitätsklinikum. Leider musste ich zwar noch drei Wochen bis zum Termin warten, zwischenzeitlich wurden die Beschwerden immer schlimmer, sodass wir abermals Kinderarzt gingen, der mir hochdosiertes Cortison in Tablettenform verschrieben hatte. Als ich dann endlich bei dem Rheumaarzt vorstellig wurde, stand seine Diagnose anhand des Sichtbefundes der Fingermittelgelenke recht schnell fest. Ich wurde stationär in der Universitätsklinik aufgenommen und musste in den nächsten drei Wochen verschiedene Tests über mich ergehen lassen. Es wurden Röntgenaufnahmen beider Hände, von den großen Gelenken, aber auch zahlreiche Blutuntersuchungen vorgenommen.

Es fanden sich im Blut erhebliche Auffälligkeiten im Sinne von sogenannten Autoantikörpern und Rheumafaktoren, welche die Diagnose rheumatoide Arthritis schließlich erhärteten. Von nun an war ich also offiziell Rheumatikerin und die Ärzte in der Klinik meinten, dass ich wohl nun mein ganzes weiteres Leben damit zu kämpfen hätte. Sie sollten Recht behalten, denn heute bin ich 37 Jahre und die rheumatoide Arthritis hat sich mittlerweile auch auf die großen Gelenke, bei mir insbesondere auf beide Kniegelenke, ausgedehnt. Wenn ich einen Rheumaschub bekomme, sind die Schmerzen derart stark, dass sie mich bis zu zwei Wochen praktisch völlig aus der Bahn werfen. Ich bekomme dann hochdosierte Cortisoninfusionen und Spezialmedikamente, so genannter Antisuppressiva, welche verhindern sollen, dass es zur Bildung von Antigen-Antikörperkomplexen kommt, von denen angenommen wird, dass sie für die Gelenkzerstörungen bei rheumatoider Arthritis verantwortlich sind.

Leider handelt es sich bei rheumatoider Arthritis um eine progressive-entzündliche Rheumaform, bei der es zu gelenkigen Destruktionen kommen kann. Das bedeutet, dass Knorpel oder Gelenkkapseln erheblich deformiert und zerstört werden können im weiteren Krankheitsverlauf. Ich habe im Verlaufe meiner Rheumaerkrankung viele Mitpatienten, Erwachsene und Kinder, kennengelernt und dabei erfahren, dass die Krankheit viele Gesichter hat und bei jedem unterschiedlich verläuft. Manche von den Patienten, die ich damals in der Universitätsklinik kennengelernt habe, sind auch schon an dieser Krankheit verstorben. Die rheumatoide Arthritis macht mir auch heute immer noch gehörig Angst, ich habe aber mittlerweile gelernt damit umzugehen. Ja, ich habe sogar mein Abitur gemacht und kann heute meiner Berufstätigkeit als angestellte Steuerberaterin sehr gut nachgehen. Wenn die rheumatoide Arthritis aufflammt, dann habe ich einen sehr netten Chef, der mich dann sofort für einige Tage freistellt oder der es mir auch erlaubt, einige Akten mit nach Hause zu nehmen, um sie dann im Home Office bearbeiten zu können.

Mittlerweile setze ich bei der Therapie nicht mehr nur auf die Schulmedizin, sondern wende auch naturheilkundliche Methoden an. Ganz sicher bin ich der Überzeugung, dass mir Akupunkturbehandlungen aber auch die Neuraltherapie dabei geholfen haben, die Schmerzen zu reduzieren. Als Patient mit einem entzündlich-rheumatischen Krankheitsgeschehen leidet man ja nicht nur während den akuten Schüben, sondern hat eigentlich Dauerschmerzen und die Naturheilverfahren haben mir geholfen, diese erträglich zu halten. Seit einem halben Jahr nehme ich auch regelmäßig Kapseln mit Teufelskrallenextrakt und seitdem bemerke ich ebenfalls eine Schmerzreduktion sowie einen Rückgang der entzündlichen Veränderungen.
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Erfahrungsbericht "Rheumatoide Arthritis" (Rheuma)
Bereits in den früheren Jahren meines Lebens habe ich mich mit Rheuma beschäftigen müssen. Bei mir wurden die ersten Anzeichen für die Krankheit bereits entdeckt, als ich etwa 26 Jahre alt war. Die immer wiederkehrenden Rückschmerzen und die zunehmenden Beschwerden im Hüftbereich hatte ich damals allerdings auf das ständige Sitzen geschoben. Bedingt durch mein Studium war diese Belastung leider kaum zu vermeiden. Auch wenn ich zwischen den Vorlesungen versuchte meinen Rücken mit einem kleinen Spaziergang über den Campus wieder zu beruhigen, wurden die Schmerzen nicht besser.

Vor allem die Tatsache, dass meine etwa gleichaltrigen Kommilitonen, die täglich der gleichen Belastung ausgesetzt waren, nur sehr selten über Schmerzen im Rückenbereich klagten verunsicherte mich damals sehr. Mit der Zeit wurden die Einschränkungen, durch die Schmerzen immer größer und der Besuch bei einem Arzt somit unausweichlich. Zunächst tippte dieser jedoch fälschlicherweise auf einen Hexenschuss oder sehr starke Verspannungen durch das lange Sitzen.

Nachdem diverse Behandlungen und Übungen, welche ich teilweise zuhause durchführen sollte, jedoch auch nach einiger Zeit keine Wirkung zeigten, beschloss ich einen Facharzt für Wirbelsäulenerkrankungen aufzusuchen. Das Sitzen war zu dieser Zeit eine einzige Qual für mich, was auch meine Studienleistungen nach und nach natürlich beeinflusste.

Erst dieser Arzt tippte darauf, dass ich unter Arthritis leiden könnte. Im ersten Moment war ich zwar geschockt, vor allem jedoch verwirrt. Ich hatte mir bisher Arthritis als eine Erkrankung vorgestellt, mit der sich nur Senioren herumplagen müssen. Deshalb wusste ich mit dieser Diagnose zunächst noch nicht besonders viel anzufangen. Mir wurde nun ein Medikament verschrieben. Dieses vertrug ich zwar sehr gut, da sich meine Leberwerte kaum veränderten, jedoch dauerte es recht lange, bis es auch die gewünschte Wirkung zeigte. Nach mehreren Monaten waren die Beschwerden zwar gelindert, doch erst jetzt wurde mir richtig klar, dass es sich dabei um eine langfristige Therapie handelte. Zunächst hatte ich nämlich fälschlicherweise angenommen, dass die Tabletten nach einiger Zeit wieder abgesetzt werden würden, sobald es mir besser geht.

Zusätzlich musste ich außerdem von Anfang an Kortison einnehmen. Die starken Entzündungen meiner Gelenke konnten dadurch zwar geschwächt werden, jedoch habe ich durch die jahrelange Einnahme als Nebenwirkung eine Osteoporose davongetragen. Für alle denen dies nichts sagt, dabei handelt es sich um Knochenschwund. Die Knochen werden brüchiger und außerdem zunehmend abgebaut. Die sinkende Knochendichte hat als Folge, dass ich mir über die Jahre mehrere Knochenbrüche zugezogen habe. Jedoch bin ich nicht gerade ein waghalsiger Mensch, der sein Leben bei irgendwelchen Extremsportarten riskiert. Die Knochenbrüche habe ich mir alle in alltäglichen und eigentlich ungefährlichen Situationen zugezogen. Beispielsweise als ich über die letzte Treppenstufe in meinem Haus fiel und mir so das Fußgelenk brach.

Jedoch ermöglichen mir die Medikamente, dass ich meinen Beruf ohne größere Beschwerden ausüben kann, solange ich auf eine regelmäßige Einnahme achte. Jedoch muss ich auch sagen, dass ich das Glück habe einen körperlich nicht sehr anstrengenden Job, mit tollen Arbeitsbedingungen ausüben zu dürfen.

Der Schmerz ist zwar mein häufiger Begleiter, jedoch lasse ich mir nicht mein gesamtes Leben von ihm bestimmen. Jeder hat sein Päckchen zu tragen und ich habe mittlerweile akzeptiert, dass meins nun mal die Rheumaerkrankung ist. (Die genaue Diagnose ist: Seropositive chronische Polyarthritis)
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