Zervikale Bandscheibenschäden

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ICD-Code

Bandscheibenvorfall
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Erfahrungsbericht: Bandscheibenvorfall durch Sport
Wenn ich anderen Personen von meiner medizinischen Vergangenheit erzähle, ernte ich dafür meist erstaunte Blicke. Die verdutzte Frage "Ein Bandscheibenvorfall in deinem Alter?" ist die häufigste Reaktion, die ich erhalte.

Wenn ich nun einmal ganz von vorne beginne, muss man in meine jungen 20er zurückgehen. Damals war ich sportlich sehr aktiv, wie die meisten Männer in diesem Land spielte ich leidenschaftlich gerne Fußball. Um dafür körperlich fit genug zu sein, war ich außerdem ein regelmäßiger Gast im Fitnessstudio oder verbrachte meine Freizeit damit zu Joggen. Jedoch bemerkte ich nach einem dieser Ausdauerläufe einen unangenehmen Schmerz, der sich durch mein linkes Bein zog. Ich hoffe zwar, dass sich dieses Problem bald von alleine lösen würde, doch so war es nicht. Schließlich vereinbarte ich einen Termin bei meinem Orthopäden, der mir als erfahrener Fußballspieler kein Unbekannter war. Da ich nicht als ein medizinischer Notfall eingestuft wurde, musste ich fast drei Monate warten. Mit den Schmerzen alleine gelassen zu werden, war für mich eine schlimme Situation, weil ich mich hilflos und der Willkür der Ärzte ausgesetzt fühlte. Das lange Warten hat sich, im Nachhinein betrachtet nicht einmal gelohnt. Meine Beschwerden wurden abgetan mit leeren Floskeln wie "das wird schon wieder" und "das ist bestimmt nichts Dauerhaftes". Mir wurde empfohlen mich für eine gewisse Zeit zu schonen, für jemand der seit knapp drei Monaten unter den Schmerzen litt, war dies natürlich ein Schlag ins Gesicht. Nun musste ich mir überlegen, wie ich weiter machen wollte. Da die Schmerzen weiterhin von meinem Rücken in mein linkes Bein ausstrahlten und mich in meinem Alltag mehr als nur ein Wenig beeinträchtigten, beschloss ich bei einem zweiten Orthopäden einen Termin zu vereinbaren. Allein die riesige und moderne Praxis war mit derjenigen des ersten Orthopäden in meinem Heimartdorf nicht zu vergleichen. Der zweite große Unterschied lag darin, dass hier meine Probleme auch wirklich ernst genommen wurden. Diesmal war ich fest entschlossen mich nicht mit leeren Phrasen abwimmeln zu lassen. Dank des Internets hatte ich mich natürlich innerhalb dieser Zeit auch schon selbst informiert, jedoch erschien mir ein Bandscheibenvorfall für einen aktiven Mann meines Alters doch sehr weit hergeholt. Mein Großvater hatte vor einigen Jahren zwar selbst einen erlitten, und erstaunlicherweise über die gleichen Beschwerden geklagt, jedoch war er zu dem Zeitpunkt auch stattliche 85 Jahre alt gewesen und hatte versucht einen schweren Sack hochzuheben.
Umso verblüffter war ich, als der Orthopäde aussprach, was ich für so unwahrscheinlich gehalten hatte. Seine Vermutung, dass ein Bandscheibenvorfall vorliegen könnte wurde durch das anschließende MRT bestätigt. Positiv erwähnt werden muss übrigens, dass ich auf den MRT Termin dank eines Telefonats des Arztes nur drei Tage warten musste.

Durch den Befund wurde ich anschließend an einen Neurochirurgen überwiesen, der zunächst versuchte meine Beschwerden durch PRT-Spritzen und die Einnahme von Cortison zu lindern. Jedoch zeigte sich dadurch keine nennenswerte Verbesserung. Schließlich war eine Operation unumgänglich. Was ich zunächst vehement abgelehnt hatte, erschien mir nun als die letzte Rettung. Der offene Eingriff, der bei mir vorgenommen wurde erfolgte dementsprechend schnell.

Gerne würde ich hier anderen Betroffenen erzählen, dass der Eingriff durchgeführt wurde und direkt danach alle Schmerzen wie weggeblasen waren. Dies ist jedoch nicht die Realität. Eine Operation am Rücken ist eine nicht gerade risikofreie und sehr schmerzhafte Angelegenheit. Es können Komplikationen auftreten und um eine Reha kommt man kaum herum. So ging es auch mir, die ersten Tage und Wochen nach der Bandscheiben-OP waren sehr schmerzhaft. Jedoch kann ich heute, sechs Monate nach dem Eingriff von mir sagen, dass ich schmerzfrei lebe. Wichtig ist es, immer selbst am Ball zu bleiben, wenn das Gefühl aufkommt, dass der behandelnde Arzt die Schmerzen nicht ernst nimmt, sollte immer ein anderer Arzt aufgesucht werden. Schließlich verschwinden Schmerzen nicht, nur weil sie von einer anderen Person nicht ernstgenommen werden.
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