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Erfahrungsbericht: Herzinfakt und Bluthochdruck. Meine Medikation mit Bisoprolol, Ramipril, Amlodipin und Simvastatin
Mein Bluthochdruck als medizinische Erkrankung wurde anlässlich eines Herzinfarktes am Osterwochenende im Jahr 2006 in meinem damaligen Alter von 58 Jahren festgestellt. Bis dahin war ich als männlicher Patient zu verschiedenartigen Untersuchungen in sporadischen Abständen beim niedergelassenen Hausarzt in Behandlung. Anlässlich eines „Check-up“ als Tagespatient in einem Universitätsklinikum in Nordrhein-Westfalen wurde ein Cholesterinwert mit Krankheitssymptom festgestellt. Nach einem monatelangen Zögern entschloss ich mich dazu, dem Anraten des Arztes zu folgen und regelmäßig das Medikament Sortis (Wirkstoff: Atorvastatin) einzunehmen. Später wechselte ich, auch aus Kostengründen, bis heute hin zu dem Generikum Simvastatin.

Der Herzinfarkt wurde bestens behandelt und ausgeheilt. Für mich war damit jedoch die Notwendigkeit verbunden, regelmäßig und täglich mehrere Medikamente gegen den Bluthochdruck einzunehmen. Den messe ich darüber hinaus seit geraumer Zeit zweimal täglich jeweils gegen 08.00 Uhr morgens und gegen 20.00 Uhr abends. Zu den täglichen „Standardmedikamenten“ gehören jeweils morgens und abends je eine Tablette des Betablockers BisoHEXAL 5 mg (Wirkstoff: Bisoprolol) sowie des ACE-Hemmers Ramilopril HEXAL 2,5 mg (Wirkstoff: Ramipril). Diese Medikamente wurden mir als Generika vom Hausarzt verordnet, der nach einem Wohnungsumzug die übernächste Anschlussbehandlung übernahm.

Anlässlich einer Astvenenthrombose im linken Auge, die der Augenarzt ganz maßgeblich auf einen erhöhten Blutdruck zurückführte, nahm ich einen neuen Anlauf mit Blutdruckmessen und der Einnahme von Blutdruckmedikamenten. Ich hatte mehrere Jahre lang auf ein Messen verzichtet, sondern mich auf die eingenommenen Medikamente verlassen. Das Messungsergebnis war erschreckend. Trotz der wirklich täglichen Medikamenteneinnahme war der zum Zeitpunkt der Augenerkrankung gemessene Blutdruck bei 180 systolisch zu etwa 100 diastolisch. Als nicht wissender Patient war mir nicht bewusst, dass sich mein Körper im Laufe von sieben bis acht Jahren so an die Medikamente gewöhnt hatte, dass sie nicht mehr so wie beabsichtigt wirkten. Am Tag des Herzinfarktes wurde ein ähnlich hoher bis höherer Blutdruck gemessen.

Ich nahm aus diesem aktuellen Anlass Kontakt zu dem Arzt auf, der mich damals stationär anlässlich des Herzinfarktes behandelt und die Erstmedikamentation veranlasst hatte. Er verordnete mir die zusätzliche Einnahme von Hct HEXAL 12,5 mg (Wirkstoff: Hydrochlorothiazid). Diese Tablette nahm ich zunächst einmal täglich ein. Sie bekam mir jedoch nicht gut, sondern beeinträchtigte die Verdauung ganz maßgeblich. Nach nochmaliger Rücksprache wurde mir angeraten, Hct HEXAL nach eigenem Ermessen und Bekömmlichkeit einzunehmen. Das tue ich seitdem im Zweitagesrhythmus. Diese Tablette war und ist „durchschlagend wirksam“ in Bezug auf das Blutdrucksenken. Doch diese durchschlagende Wirkung hält jeweils nur einen Tag. Meinen Aufzeichnungen zufolge steigt der Blutdruck am zweiten Tag sichtbar an.

Nach Erörterung dieser aktuellen Situation mit dem jetzigen Hausarzt als Allgemeinarzt einigten wir uns auf folgende Medikamenteneinnahme, die bis heute so gilt: 1 Tablette Hct HEXAL 12,5 mg alle zwei Tage, und ebenfalls alle zwei Tage 1 Tablette Amlodipin HEXAL 5 mg. Diese beiden Tabletten nehme ich an demselben Tag, und zwar immer an den Tagen mit gerader Endzahl ein; Hct morgens, Amiodipin abends. Die täglich zweimalige Einnahme von Biso Hexal und Ramipril Hexal ist und bleibt unverändert bestehen. Hinzukommen noch weitere Medikamente wie Aspirin Protect, Allopurinol sowie Simvastatin.

Als Fazit lässt sich zusammenfassen, dass dieser jetzige „Medikamenten-Cocktail“ den Bluthochdruck seit nunmehr knapp zwei Jahren bestens in Schach hält. Die täglichen Messungen zeigen Monatsdurchschnittswerte von 115 bis 125 systolisch sowie 60 bis 80 diastolisch. Der Pulswert liegt je nach Tageszeit zwischen 60 und 70. Im Nachhinein betrachtet fühle ich mich mit diesem jetzigen Blutdruck deutlich besser als vor Jahren. Ich bin ruhiger, relaxter und gelassener. Sicherlich hinkt dieser Vergleich Heute zu Gestern etwas, weil ich zum Zeitpunkt des Herzinfarktes, wie es heißt, voll im Berufsleben stand. Die Infarktfolgen wurden mit einem Grad der Behinderung (GdB) von 30% anerkannt. Aus den vergangenen Jahren habe ich gelernt, mich nicht nur auf Medikamente zu verlassen, sondern auch auf das ergänzende Controlling mit regelmäßigem Messen. Die Augenerkrankung mit Dauerfolgen, die ihrerseits mit einem GdB von 10% anerkannt wurde, hätte ich mich dann wahrscheinlich erspart.
Erfahrungsbericht: Diazepam 5mg gegen Panikattacken bei Angststörung
Im Sommer 2015 bekam ich zum ersten Mal im Leben eine sogenannte Panikattacke. Ich hatte plötzlich ein entsetzliches Angstgefühl und glaubte, an Herzversagen sterben zu müssen. Mein Mann fuhr mich sofort in die nahe gelegene Praxis meines Hausarztes. Dieser führte die erforderlichen Untersuchungen wie EKG etc. durch und konnte keinerlei organische Ursache finden. Trotzdem wurde ich zur Sicherheit ins Krankenhaus eingewiesen, mit dem gleichen Ergebnis.
Nach ca. einer beschwerdefreien Woche kam die nächste Attacke mitten in der Nacht. Wieder hatte ich Todesangst, mein Mann rief den Notarzt, der wieder nichts finden konnte. Bei seinem Eintreffen ging es mir auch schlagartig sofort besser. Solche Zustände hatte ich in der Folgezeit öfter. Ich rief zwar nicht mehr den Arzt, weil mir inzwischen bewusst war, dass das Gefühl irgendwann vorbeigehen würde, aber ich fühlte mich zeitweise sehr schlecht.

Mein Hausarzt stellte die Diagnose Angststörung. Ich bekam eine Überweisung zum Psychologen (Wartezeit 4 Monate) und für die Zwischenzeit Diazepam (von Stada) verschrieben. Dieses Medikament hat mir von der ersten Einnahme an sehr geholfen. Ich habe es nicht regelmäßig eingenommen, sondern nur beim Herannahen des Panik-Gefühls eine Tablette mit 5 mg Wirkstoff. Die Wirkung hat recht schnell eingesetzt, schon nach 15 bis 20 Minuten löste sich das Angstgefühl auf.

Von den beschriebenen möglichen Nebenwirkungen wie zum Beispiel Schläfrigkeit, Benommenheit oder Konzentrationsstörungen, habe ich gar nichts bemerkt. Allerdings habe ich auch wirklich nur dann eine Tablette eingenommen, wenn es gar nicht anders ging. Und nach und nach brauchte ich sie seltener. Das Gefühl, für den Notfall ein wirksames Medikament zur Hand zu haben, bewirkte, dass ich es fast gar nicht mehr brauchte. Nach etwa einem Vierteljahr verschwanden die Panik-Attacken völlig und sind im letzten Jahr nicht wieder aufgetaucht Ich habe aber immer noch ein paar Diazepam in der Hausapotheke (nur zur Vorsicht).

Meine Dosierung 5mg bei Bedarf, Einnahmedauer ca. 3 Monate, weiblich, geboren 1961
Erfahrungsbericht "Windpocken" im Erwachsenenalter
Wer bekommt schon mit 25 Jahren Windpocken? Ich. Natürlich im Hochsommer, wo der Juckreiz - durch ständiges Schwitzen - noch unerträglicher wurde. Ich zwar zwei Wochen lang außer Gefecht; rückblickend kann ich sagen, dass Windpocken eine echt miese Kinderkrankheit sind.

Der Arzt hat mich relativ schnell in einen eigenen Raum geholt. Klar, der Warteraum war voll mit Patienten und der Arzt hatte wohl wenig Lust, in den nächsten Tagen zehn weitere Patienten mit Windpocken zu behandeln. Ich schilderte der Ordinationsgehilfin meine Krankheitssymptome und habe schon, bevor ich zum Arzt gefahren bin, meine Symptome "gegoogelt", sodass ich auch in der Lage war, eine Art Verdachtsdiagnose zu stellen ("Ich glaube, ich habe Windpocken“, ist wohl einer der Sätze, die Ordinationsgehilfen nur ungern zu hören bekommen). Wer nämlich um vier Uhr in der Früh aufwacht und feststellt, merkwürdige Pusteln auf seiner Haut zu haben, wird kritisch. Ich habe schon Tage zuvor diverse Anzeichen verspürt, krank zu werden. Eigentlich war ich der Meinung, einen grippalen Infekt zu haben. Fieber, Schüttelfrost, Gliederschmerzen - das waren jedenfalls die Gründe, warum ich Montag in der Früh in der Arbeit angerufen habe und mich krank meldete. Dienstag dann die Diagnose Windpocken.

"Wo waren Sie in den letzten Tagen?", fragte mich der Arzt. Ich überlegte. Wo könnte ich mich angesteckt haben? Plötzlich kam mir die Erkenntnis. Ich bin vor einer Woche aus Disneyland Paris zurückgekommen. Klar, das Kinderparadies schlechthin - die Wahrscheinlichkeit, nach Disneyland eine Kinderkrankheit zu bekommen, ist wohl höher als in anderen Urlaubsorten.

Es war der schier unbändige Juckreiz, der mir tatsächlich zugesetzt hat. Ich habe zwar eine juckreizlindernde Lotion erhalten, die ich auf die Bläschen aufgetragen habe, wobei - rückblickend betrachtet - die Wirkung eher schwach war. Vielmehr war ich mit den Schüttelmixturen beschäftigt, die dafür sorgten, dass die Bläschen austrockneten. Zudem versorgte mich mein Arzt mit fiebersenkenden Medikamenten.

Die ersten Tage waren der pure Horror. Der Juckreiz, das Fieber, die typischen Grippe-Symptome, verbunden mit einer Kinderkrankheit - das hat mich enorm geschwächt. Mein Arzt meinte, das sei normal; schlussendlich seien Kinderkrankheiten, wie etwa Windpocken, im Erwachsenenalter weitaus schlimmer. Ein schwacher Trost.

Nach einer Woche ging es mir besser. Nach zwei Wochen war der Spuk vorbei. Einerseits war ich froh, dass es zu keinen Komplikationen gekommen ist; andererseits war der Verlauf der Windpocken derart stark, dass ich kaum nachgekommen bin, die Schüttelmixtur aufzutragen. Spätestens dann, wenn man sich für eine Woche nicht den Kopf wäscht, weil die Bläschen sogar auf der Kopfhaut sind, beginnt man die Windpocken tatsächlich zu hassen.
Schmerzen durch Spinalkanalstenose und medikamentöse Behandlung mit Pregabalin
Aufgrund eines degenerativen Halswirbelsäulensyndroms (Spinalkanalstenose) habe ich Nervenschmerzen, die sich vom Nacken bis ins Gesicht ziehen. Diese Schmerzattacken dauern nur ein paar Sekunden, sind aber schmerzhaft und sehr unangenehm. Seit Februar 2015 bekomme ich dagegen Pregabalin (Lyrica), was ich zunächst in der Dosis von 75 mg zweimal am Tag genommen habe. Gegen die Schmerzen im Nacken habe ich zusätzlich Schmerzmittel bekommen.

Ich habe viele Untersuchungen über mich ergehen lassen und merkte mit der Zeit, dass die 75 mg nicht mehr ausreichten, weil die Nervenschmerzen schlimmer wurden. Die Ärzte setzten die Dosis hoch auf zweimal 100 mg, was ich täglich nehmen musste. Nun stellten sich auch langsam viele Nebenwirkungen ein. Ich war extrem müde, so müde, dass mir von einer Sekunde auf die andere die Augen zufielen. Ich bekam ein Engegefühl in der Brust und bin mit den Symptomen auch zum Kardiologen gegangen. Der konnte trotz Untersuchungen nichts finden. Luftnot nach kurzer Anstrengung was das Nächste, was sich massiv einstellte. Damit bin ich zum Lungenarzt gegangen, habe alles untersuchen lassen und einen Lungenfunktionstest gemacht. Dann habe ich ein Asthmaspray bekommen, was mir aber nicht hilft. Ich kämpfe mit Gedächtnisausfällen und kann mir manche Dinge nicht merken, auch wenn sie erst kurz vorher gesagt wurden.

Trotz Pregabalin habe ich Rückenschmerzen und die Gelenke schmerzen auch. Nach der ersten Einnahme am Tag habe ich ein Trunkenheitsgefühl, ohne Alkohol getrunken zu haben. Die auftretenden Stimmungsschwankungen lassen mich oft anders reagieren als notwendig und haben leider schon oft für Stress in der Familie gesorgt. Immer wieder habe ich das Gefühl, Fieber oder eine Grippe zu bekommen, was sich aber nie bestätigt. Ich leide unter Kraftlosigkeit und kann viele Dinge nicht mehr ausüben, weil mir die Kraft dazu fehlt. Und um Sachen auszuführen, müsste ich meine Antriebslosigkeit überwinden, die ich auch erst habe, seit ich das Pregabalin einnehmen muss.

Außerdem leide ich an Entzugserscheinungen, wenn ich das Mittel nicht regelmäßig einnehme. Dies ist meistens morgens der Fall, wenn ich in der Nacht zu lange geschlafen habe. Dann schmerzt jeder Teil meines Körpers und ich muss mich nach der Einnahme meiner Medikamente erst mal hinlegen, bis sie zu wirken beginnen.

Seit Mai 2016 bin ich auf der Höchstdosis angelangt und nehme zweimal täglich 300 mg Pregabalin ein.

Autofahren ist mit diesem Mittel verboten, weil es zu einer akuten Müdigkeit führen kann. Ich bin damit immer auf einen Fahrer angewiesen. Ich habe zudem das Gefühl, als stände ich permanent unter Drogen.

Pregabalin macht körperlich abhängig und muss, wenn es abgesetzt werden soll, langsam ausgeschlichen werden. Demnächst steht bei mir eine Wirbelsäulenoperation an, wo die Ursache für die Schmerzen und die Nervenschmerzen beseitigt wird. Danach hoffe ich, dass ich das Pregabalin langsam ausschleichen kann und mein Leben wieder lebenswert wird. Im Moment ist ans Absetzen nicht zu denken, da selbst die Höchstdosis keinen vollständigen Erfolg zeigt. Die Nervenschmerzen treten unter dem Medikament nur selten auf, sind aber nach wie vor präsent. Eine Alternative zum Pregabalin gibt es nicht. Der Vorgänger Gabapentin ist ähnlich wie das Pregabalin, jedoch nicht so wirkungsvoll, weswegen es als Alternative herausfällt. Pregabalin wurde zugelassen für generalisierte Angststörungen, neuropathische Schmerzen und Epilepsie.
Erfahrungsbericht zu "Ramipril" bei Bluthochdruck (essentielle Hypertonie) und Nebenwirkungen
Ich bin 39 Jahre alt und berichte über meine Erfahrungen mit dem Wirkstoff Ramipril, ein sogenannter ACE-Hemmer. Schon als Heranwachsender war mir diese Substanz nicht unbekannt, denn meine Eltern aber auch meine Geschwister mussten Ramipril schon seit einiger Zeit wegen ihres erhöhten Blutdrucks dauerhaft einnehmen. Unser Hausarzt hat uns auch schon alle darüber aufgeklärt, dass bei uns eine familiäre Form der Hypertonie, die wahrscheinlich genetisch bedingt ist, vorliegt. Schon als Kind wurden deshalb auch meine Blutdruckwerte mehrmals jährlich überprüft. Als ich dann 21 Jahre alt war, habe ich mir dann selbst ein Blutdruckmessgerät angeschafft, damit ich mir den Blutdruck regelmäßig auch am Handgelenk messen konnte.

Mein Hausarzt war mit diesem Gerät einverstanden und hat die damit gemessenen Blutdruckwerte auch mit seinem Blutdruckmessgerät in der Praxis verglichen. Ich kann wirklich sagen, dass bei mir der hohe Blutdruck praktisch von einem zum anderen Tag ausgebrochen ist, es war in meinem 26. Lebensjahr während einer Nachtschicht, als ich plötzlich Doppelbilder sah und mir furchtbar schwindelig wurde. Mein Chef war so nett, mich gleich nach Hause zu schicken, ich legte mich dann ins Bett und suchte gleich morgens die Ambulanz auf. Der Aufnahmearzt bekam einen Schreck, als er meinen Blutdruck gemessen hatte, der immerhin 260 zu 120 mmHg, also sehr hoch, war. Der Arzt konnte auch nicht verstehen, dass ich nicht direkt nach meiner Schicht ins Krankenhaus gekommen war, ich hätte ja auch den Notarzt rufen können.

In den folgenden Tagen wurde ich im Krankenhaus diagnostisch ganz durchgecheckt, es wurden aber keine Organschäden nachgewiesen, die den hohen Blutdruck hätten erklären können. Auch während des Krankenhausaufenthaltes waren die Blutdruckwerte immer ziemlich hoch, trotz der Blutdruck senkenden Medikamente, die ich dort einnehmen musste. Letztendlich handelte es sich dann um eine sogenannte essenzielle Hypertonie, also ein hoher Blutdruck, bei dem die genaue Ursache nicht festgestellt werden kann. Zur Dauermedikation bekam ich Ramipril verordnet, aber nicht als alleinige Blutdruck senkende Substanz. Sondern ich musste ab diesem Zeitpunkt eine sogenannte Dreierkombination einnehmen.

In einer Tablette sind also drei Blutdruck senkende Substanzen enthalten, nämlich Ramipril, Amlodipin und Hydrochlorothiazid. Der Arzt hat mir auch genau erklärt, wo diese Medikamente im Körper ansetzen und wirken. Es ist so, dass sich diese Medikamente gegenseitig in ihrer Blutdrucksenkenden Wirkung verstärken. Nach einiger Zeit führte mein Hausarzt eine sogenannte Langzeitblutdruckmessung über 24 Stunden mit mir durch. Dabei bekommt man die Manschette an den Oberarm angelegt und bewegt sich dann den ganzen Tag damit in seinem Alltag, wobei der Blutdruck alle 30 Minuten, auch nachts, gemessen wird.

Unter der Einnahme von Ramipril haben sich die Werte, wie bei meinen nächsten Angehörigen auch, schnell wieder normalisiert. Doch nach etwa neun Jahren täglicher Einnahme von Ramipril, die ich bisher ganz ausgezeichnet vertragen hatte, stellten sich plötzlich Nebenwirkungen ein. Ich bekam eine Halsentzündung (Pharyngitis), die einfach nicht verschwinden wollte. Da sich mein Hausarzt aber mit den Medikamenten-Nebenwirkungen von Ramipril sehr gut auskannte, vermutete er eben keine Infektion, sondern eine Unverträglichkeit auf den Wirkstoff Ramipril. Der Arzt erklärte mir, dass diese Nebenwirkung gar nicht so selten auftreten würde. Insbesondere kann diese chronische Halsentzündung durch den Wirkstoff Ramipril auch dann entstehen, wenn man das Medikament zuvor jahrelang gut vertragen hatte.

Das mein Hausarzt auch diesmal recht hatte, merkte ich daran, dass die schlimmen Halsschmerzen praktisch von einem zum anderen Tag verschwanden, nachdem Ramipril abgesetzt wurde. Leider zeigte sich, dass der Blutdruck schnell wieder anstieg. Doch aufgrund der massiven Nebenwirkung kann ich Ramipril leider nicht mehr einnehmen und mein Hausarzt machte sich Gedanken über einen Ersatzwirkstoff. Heute nehme ich anstatt Ramipril den Wirkstoff Valsartan und komme damit bis jetzt gut zurecht. Bei meinen Verwandten ist diese Ramipril Nebenwirkung trotz jahrzehntelanger Einnahme bis jetzt allerdings nicht aufgetreten, sodass sie es auch weiterhin zur Behandlung ihres hohen Blutdrucks täglich einnehmen.
Erfahrungsbericht: Knochenbruch am Handgelenk - Unfall, Operation und Rehabilitation
Beim morgendlichen Verlassen der Wohnung auf dem Weg ins Büro war weder absehbar noch erkennbar, wie dieser Tag enden sollte. Drei Stunden später am späten Vormittag war es soweit. An diesem Spätherbsttag war der Bürgersteig durch feuchtes Laub sehr glitschig. Mein Schuhwerk mit Ledersohle war darauf nicht eingerichtet. Von einer auf die andere Sekunde rutschte ich nach hinten weg und schlug mit dem gesamten Körper auf den Boden. Wie es heißt, war ich für einige Sekunden weg. Mein rechter Arm lag unter meinem Oberkörper. Ich musste mir selbst helfen. Das war schwierig genug, zumal kein Passant zugegen war. Ich fühlte mich insgesamt schlecht, setzte mich auf die Bordsteinkante vom Bürgersteig und schleppte mich dann schrittweise ein-, zweihundert Meter weiter zu einem Bürohaus als meinem ursprünglichen Ziel. Dort setzte ich mich auf die Treppenstufen und wartete ab – worauf, kann ich nicht sagen.

Doch alsbald kam Hilfe, und ab dann war ich in dem beschützenden Kreislauf der medizinischen Versorgung. Der Unfall geschah in dem Vorort einer Großstadt mit ihrer dementsprechenden Dichte an Rettungsdienst und medizinischer Versorgung. Mit einem Rettungswagen wurde ich in die Notaufnahme des nächstgelegenen Krankenhauses gefahren. Dort war ich um diese Tageszeit keineswegs der einzige Notfall. Die Erstversorgung war fürsorglich und umsichtig. Der „Knackpunkt“ war mein rechtes Handgelenk. Die Frage lautete: Starke Verstauchung oder Knochenbruch. Eine Stunde nach dem Röntgen stand die Diagnose mit Handgelenkbruch unabänderlich fest. Ich musste mich ab sofort auf eine Operation sowie auf die Anschlussbehandlung einstellen. Der Tag und die kommenden Wochen verliefen dadurch komplett anders als geplant.

Nachdem mir ein Notverband angepasst worden war, wurde ich entlassen. Mit einem Taxi fuhr ich in meine Wohnung. Mittlerweile war ich „wieder klar bei Verstand“ und organisierte meine weitere Behandlung. Wenige Stunden später war ich Tagespatient in der Uniklinik an meinem Wohnort. Dort erfuhr ich, wie es weitergehen sollte. Die Operation wurde für den übernächsten Tag angesetzt. In der Zwischenzeit wurde mein gebrochenes Handgelenk „fixiert“ und mit einem Hartschalenverband „ruhig gestellt“. Nun war ich so richtig körperlich gehandicapt. Erst jetzt spürte ich bewusst die sturzbedingten Prellungen an Hüfte und Oberkörper. Für die nächsten Stunden und Tage wurden mir leichte Beruhigungsmedikamente verabreicht. Dadurch kam ich zur Ruhe, konnte gut schlafen und spürte kaum Schmerzen. Am OP-Tag wurde ich vom Klinikpersonal auf den Eingriff unter Vollnarkose frühmorgens vorbereitet. Mittags wachte ich in meinem Krankenzimmer auf. Mir wurde gesagt, dass die Operation komplikationslos war und ich jetzt einige Wochen Geduld haben müsste. Der anschließende mehrtägige Krankenhausaufenthalt war notwendig, um den beginnenden Heilprozess ärztlich zu begleiten. Auf die Einnahme von schmerzstillenden Medikamenten verzichtete ich weitgehend, weil mir ruhigstellende Tabletten wie „Buscopan“ genügten. Ich musste absolut still liegen, wobei mein rechter Arm in eine Liege-/Haftschale fixiert war.

So verbrachte ich auch die nächsten zwei, drei Wochen in einem Krankenbett zuhause. Ich hielt mich strikt an die ärztliche Anweisung, zumal mir vorübergehend eine Titanplatte zur Fixierung der Bruchstelle implantiert worden war. Vier Wochen später wurde der Gipsverband entfernt und anhand einer Röntgenaufnahme bestätigt, dass die Bruchstelle gut verheilt sei. Jetzt begann die nochmals längere Reha-Phase. Dazu gehörten Massagen und Bewegungsübungen mit Fingern sowie Handgelenk. Das war insgesamt lästig und mühsam, jedoch sehr hilfreich. Ich verzichtete auf das Entfernen der eingesetzten Titanplatte, was sich anschließend als wirklicher Fehler erweisen sollte. Bis heute ist durch dieses Implantat die Beweglichkeit des Handgelenkes spürbar eingeschränkt. Es ist dauerhaft, beispielsweise bei Gartenarbeiten, nicht belastbar und schmerzt. Das jetzige Entfernen wäre eine weitere, erneute Operation mit vergleichbaren Heilfolgen wie damals. Das wollte und möchte ich mir auch heute ersparen. Wegen diesem Knochenbruch wurde mir von der privaten Unfallversicherung ein vorübergehender, 20%iger Grad der Behinderung, kurz GdB zugestanden. Als Entschädigung und „kleines Trostpflaster“ bekam ich einmalig einige Tausend EUR ausbezahlt.

Als Resümee kann ich festhalten, dass eine unachtsame Sekunde einiges verändert hat. Medizinische Versorgung und Krankenhausbehandlung waren insgesamt gut, mehr als zufriedenstellend sowie professionell. Mit den Folgen muss ich selbst klarkommen.
Erfahrungsbericht "Tinnitus" und Verspannungen am Nacken
Ich erinnere mich noch genau an den Tag, an dem ich mit einem stark verkanteten Hals und entsprechenden Schmerzen auf der rechten Halsseite aufwachte. Ich konnte meinen Kopf damals kaum zur Mitte hin bewegen und musste meine Nackenmuskeln zwei Tage lang mit Wärmebehandlungen und Salben wieder beweglich machen. Zudem bemerkte ich, dass mein rechtes Ohr plötzlich in dissonanten Tönen zischte und pfiff.

Ich suchte einen HNO-Arzt auf und schilderte ihm meine Beschwerden. Er untersuchte meine Ohren, fand aber nichts. Meine Hinweise in Richtung auf einen verkanteten Halsmuskel ignorierte er. Daraufhin suchte ich einen anderen HNO-Spezialisten auf, der ähnliches Desinteresse zeigte. Der dritte HNO-Arzt, den ich im Laufe der nächsten Jahre aufsuchte, verschrieb mir Hörgeräte. Offensichtlich hatte ich tatsächlich eine Hörminderung. Das konnte ich anhand meiner ständigen Nachfragen an Menschen, die ich nicht verstanden hatte, nachvollziehen. Was mich aber störte, war der Umstand, dass erneut mein rechtsseitiger Tinnitus keine Rolle spielte.

Ich hatte mir mittlerweile einiges an Wissen über diese Störung angelesen. Außerdem hatte ich festgestellt, dass meine Ohrgeräusche manchmal stärker und manchmal etwas schwächer zu sein schienen. Ich ging zu einem Orthopäden. Das Ende vom Lied war, dass der fähige Mediziner mich von Kopf bis Fuß untersuchte und mit einer Doppelseite voller diagnostischer Termini zum Schmerztherapeuten an einer Kieler Klinik schickte.

Der Schmerzhterapeut legte mir einen Fragebogen über meine Schmerzproblematik vor. Ich fand alle Fragen manipulativ in Richtung auf seelische Probleme. Außerdem konnte man nur eine zusammenfassende Schmerzbewertung auf einer Skala von eins bis zehn vornehmen, statt einzelne Schmerzorte differenziert zu bewerten. Der Schmerztherapeut untersuchte mich nach dem Überfliegen des akkurat ausgefüllten Fragebogens kurz. Er verordnete ein Epilepsiemittel namens "Lyrica". Ich las die Begleitzettel zum Präparat sorgfältig durch und konnte anhand der aufgelisteten Nebenwirkungen erkennen, dass dieses Präparat mich arbeitsunfähig machen würde. Daher sprach ich darüber mit einer Bekannten, die dieses Präparat einnahm. Sie berichtete mir, sie fühle sich ständig benebelt und stockbetrunken und habe es deswegen nach sechs Wochen absetzen müssen. Meine Recherche im Internet ergab ähnliche Berichte zahlreicher anderer Patienten.

Mein Tinnitus hatte es sich mittlerweile bequem gemacht. Meine Debatten mit dem Schmerztherapeuten über ähnliche Hammer-Präparate endeten damit, dass ich mich durchsetzen konnte - und zwar wegen einer Fettleber-Diagnose. Diese kam mir zuhilfe, damit ich statt Hammer-Präparate, die eigentlich für Epileptiker oder depressive Patienten verordnet werden sollen, endlich regelmäßige Physiotherapie-Rezepte bekam.

Zudem meldete ich mich bei einem Chi Gong Kurs an. Ich hatte bemerkt, dass meine Tinnitus-Beschwerden sich leicht besserten, wenn ich es schaffte, mich vollkommen zu entspannen. Aus meiner Sicht waren die Ursachen für die Tinnitus-Beschwerden in chronischen Verspannungen zu suchen, die mich seit Jahren quälten. Man hätte gleich zu beginn etwas dagegen unternehmen können. Stattdessen sind 5 Jahre (!!) ins Land gegangen, bevor ich endlich Physiotherapie für meine Nacken-Schulter-Probleme bekam.

Hin und wieder erlebe ich bei einer Chi Gong Stunde, dass mein Tinnitus plötzlich schweigt. Die Stille ist überwältigend. Er ist am nächsten Morgen aber wieder da. Ich habe bereits mehrfach ein neues Kopfkissen gekauft - aber der Tinnitus kommt immer wieder. Außerdem habe ich vom Zahnarzt eine Aufbissschiene erhalten, um dem nächtlichen Zähneknirschen etwas entgegen zu setzen. Das änderte aber am Tinnitus-Problem gar nichts.

Die Ursache meiner chronischen Nackenverspannungen ist einerseits in abgenutzten Nackenwirbeln zu suchen, andererseits in beruflichen Gegebenheiten. Ich bin Texterin und arbeite am PC. Nachdem ich vier Physiotherapeuten erlebt habe, habe ich endlich einen gefunden, der meine Nackenverspannungen lindert. Meinen Tinnitus hat das nicht an seinem etablierten Dasein gehindert - aber vier-, fünfmal im Laufe einer tief gehenden Massagebehandlung ging er plötzlich weg. Damit ist aus meiner Sicht erneut nachgewiesen, dass starke berufsbedingte Verspannungen die Ursache sind. Diese hätten zeitnah behandelt werden können.
Erfahrungsbericht: 42 Jahre mit Diabetes Typ 1
Mit meiner Zuckerkrankheit hat es im Alter von 9 Jahren angefangen. Später als ich erwachsen war, haben mir die Ärzte erklärt, dass ein Krankheitsbeginn des sogenannten Diabetes Typ 1 im frühen Kindes- oder Jugendalter gar nicht untypisch ist. Denn jenseits der Altersgrenze von 35 Jahren erkranken daran nur ganz vereinzelt Menschen. Ich selbst kann mich gar nicht mehr dran erinnern, aber meine Mutter hat mir von diesem entscheidenden Tag erzählt, der mein Leben für immer verändern sollte. Ich machte mich wie jeden Tag fertig für die Schule und meine Mutter berichtete, dass zu diesem Zeitpunkt wohl noch alles in Ordnung gewesen ist.

Kurz nachdem ich die Wohnung verlassen hatte, gibt es wie eine Art Filmriss. Denn ich kann mich nicht daran erinnern, ohnmächtig geworden zu sein, was jedoch, wie sich später herausstellte, eine direkte Folge der Zuckerkrankheit war, unter der ich zu diesem Zeitpunkt bereits länger gelitten haben muss. In den Tagen zuvor war meinen Eltern allerdings aufgefallen, dass ich sehr durstig war und auch sehr oft Wasserlassen musste. Alles schon typische Symptome für einen Diabetes mellitus. Die plötzliche Ohnmacht im Alter von 9 Jahren wurde ausgelöst durch eine chronische Überzuckerung, hervorgerufen durch absoluten Insulinmangel. Beim Diabetes Typ 1 ist es nämlich so, dass die Bauchspeicheldrüse nahezu überhaupt kein Insulin mehr produziert.

Der Krankenhausarzt gab meinen Eltern schon kurz nach meiner Einlieferung unmissverständlich zu verstehen, dass ich wohl unter der Zuckerkrankheit leide. Damals zu Beginn der 1980er Jahre waren die Diagnose- und Therapiemöglichkeiten noch nicht so ausgereift wie heutzutage. Deshalb waren die Ärzte, was meine weitere Lebensqualität angeht, auch eher pessimistisch. Natürlich habe ich auch heute immer noch Diabetes, durch die Fortschritte der Medizin auf diesem Gebiet kann ich aber ein nahezu normales Leben führen, wenn auch mit gewissen Einschränkungen. Was mich als Kind und Jugendlicher am meisten genervt hat, war das ständige Messen des Blutzuckers an den Fingerkuppen.

Diese Prozedur musste mindestens dreimal am Tag durchgeführt werden und zusätzlich noch einmal vor jeder Mahlzeit, was wirklich sehr lästig war und mit der Zeit auch immer mehr weh tat. Dennoch war ich als Kind und Heranwachsender äußerst diszipliniert in dieser Angelegenheit und mein Hausarzt ist heute noch der Meinung, dass diese Disziplin mich letztendlich vor gefährlichen Spätfolgen der Zuckerkrankheit, wie beispielsweise irreversible Schäden an Augen oder Nieren, weitgehend bewahrt hat. Immerhin konnte ich während meinen Klinikaufenthalten auch gleichaltrige Leidensgenossen kennenlernen, von denen ich später erfahren habe, dass sie bereits verstorben waren.

Heute bin ich 42 Jahre, gehe ganz normal 8 Stunden am Tag ins Büro arbeiten und habe sogar geheiratet und eine Familie gegründet. Natürlich habe ich und meine Frau die Angst, dass auch eins meiner Kinder vom Diabetes Typ 1 betroffen sein könnte. Denn trotz meiner vielen Schulungen zu diesem Thema ist es auch heute noch so, dass die Medizin, was die genaue Ursache von Diabetes Typ 1 angeht, immer noch weitgehend im Dunkeln tappt. Es werden zwar verschiedene Theorien diskutiert, aber was letztendlich tatsächlich dazu führt, dass die Insulinproduktion in den sogenannten Langerhans-Inseln der Bauchspeicheldrüse versiegt, ist nach wie vor unbekannt. Für mich die plausibelste Theorie besteht darin, dass es sich beim Diabetes Typ 1 um eine sogenannte Autoimmunerkrankung handelt, der Organismus also aus unbekannten Gründen die insulinbildenden Zellen der Bauchspeicheldrüse zerstört. Es sind zwei Dinge, die mein Leben als Diabetiker heute lebenswert machen.

Zum einen habe ich jetzt seit fünf Jahren einen sogenannten Insulinpumpe mit implantierten Sensor, welcher den Blutzuckerspiegel automatisch misst und immer genau die Dosis an Insulin an den Blutkreislauf abgibt, die erforderlich ist. Natürlich arbeitet diese Pumpe nicht wie eine richtige Bauchspeicheldrüse, sorgt aber dennoch zuverlässig dafür, dass es weder zu einer Unter- noch eine Überzuckerung kommt, beides Krankheitszustände, die lebensbedrohlich sein können. Die andere Innovation ist ein transkutanes Messsystem, das ich zusätzlich einsetze, um jederzeit unblutig meinen Blutzuckerspiegel messen zu können. Meine größte Angst ist die vor möglichen irreversiblen Spätschäden in Form von Nervenschädigungen oder Beeinträchtigungen innerer Organe. Doch die weiteren Innovationen in der Diabetesmedizin machen mir Hoffnung, dass durch diese unheilbare Krankheit meine Lebenserwartung im Vergleich zu stoffwechselgesunden Personen nicht unbedingt eingeschränkt ist.
Erfahrungsbericht: 25 Jahre mit Asthma bronchiale
Mein Name ist Sandra, ich bin jetzt 32 Jahre alt und leide bereits seit meinem 8. Lebensjahr an Asthma bronchiale. Besonders als Kind kann ich mich zurückerinnern, dass der Umgang mit dieser chronischen Krankheit nicht immer leicht war. Ich kann anderen Betroffenen aber insofern Mut machen, als dass es mir mit den Jahren immer leichter gefallen ist, diese Erkrankung anzunehmen und Strategien zu entwickeln, mit ihr zu leben. Begonnen hat das Ganze mit etwa 7 Jahren, ich hatte damals nicht nur leichtes Asthma, sondern eine extrem starke Verengung der Luftwege durch einen Krampf der Bronchialmuskulatur, auch bekannt unter dem Namen Status Asthmatikus. Es handelt sich dabei um einen lebensbedrohlichen Zustand, weil es möglich ist, dass man erstickt. Dieses Schicksal ist mir aber als siebenjähriges Mädchen erspart geblieben, denn meine Eltern holten sofort den Notarzt, der auch mitten in der Nacht wenige Minuten nach der Alarmierung bereits bei meiner Familie eingetroffen war.

Diesem Arzt bin ich heute noch dankbar, denn er erkannte gleich die Dramatik der Situation und handelte genau richtig. Denn er verabreichte mir hochdosiertes Cortison und zusätzlich auch Adrenalin, was die überschießende Immunreaktion an meinen Bronchien abbremste und ich so wieder nach einigen Minuten normal atmen konnte. Dieser Notarzt war auch der erste, der meine Eltern darauf ansprach, dass ich wahrscheinlich unter Asthma leiden würde. Um diese Diagnose zu verifizieren, wurden im Krankenhaus umfangreiche Untersuchungen angestellt. Darunter beispielsweise Lungenfunktionstests, verschiedene Blutuntersuchungen und auch Röntgenaufnahmen der Lunge. Schließlich erhärtete sich der Verdacht, aber eine Untersuchung zur endgültigen Diagnosestellung stand noch aus, nämlich die Durchführung einer sogenannten Bronchoskopie. Mit einem flexiblen Endoskop kann der Arzt dabei die kompletten Atemwege inspizieren und auch Biopsate für eine feingewebliche Untersuchung entnehmen.

Denn die Schleimhäute und die glatte Muskulatur der Bronchien sind bei Asthma in einer typischen Weise krankhaft, also pathologisch verändert. Und genau diese pathologischen Veränderungen konnten im Labor anhand der Gewebeproben bei mir nachgewiesen werden. Damit galt die Diagnose Asthma bronchiale als gesichert und der Professor machte mir klar, dass ich wahrscheinlich jetzt mit einem lebenslangen Leidensweg zu rechnen hätte. Schon als Kind bin ich einer Selbsthilfegruppe für Asthma beigetreten, was mir bis heute starken Rückhalt gibt, es ist eben dieser Austausch mit anderen Betroffenen, der das Leiden insgesamt erträglicher macht. Glücklicherweise ist der Status Asthmatikus, also die schlimmste mögliche Form eines Asthmaanfalls, nie wieder aufgetreten. Trotzdem sind meine Bronchien und meine Lunge derart chronisch geschädigt, dass ich trotz der vielen Medikamente immer noch Probleme mit dem Ein- aber besonders mit dem Ausatmen habe. Im Moment ist mein Zustand relativ stabil, ich bin selbstverständlich in Behandlung bei einem Lungenfacharzt und es werden dort in der Praxis regelmäßig Lungenfunktionstests aber auch Blutuntersuchungen durchgeführt, damit der Arzt sehen kann, ob meine Medikamente richtig dosiert sind.

Mein Hauptmedikament ist das sogenannte Theopyllin, welches zwar auch Nebenwirkungen hat, aber damit kann ich leben, weil sich die Zahl meiner Asthmaanfälle im Laufe der Zeit wirklich reduziert hat. Es konnte bis heute trotz aufwendiger Diagnostik allerdings nicht herausgefunden werden, woher in meinem Einzelfall das Asthma überhaupt kommt. Bei vielen Betroffenen in meiner Selbsthilfegruppe habe ich erfahren, dass oft Allergien dahinterstecken, es konnte bei mir jedoch nie nachgewiesen werden, dass ich unter irgendeiner Überempfindlichkeit leiden würde. Schließlich wurde vor etwa fünf Jahren die Diagnose Asthma durch hyperreagibles Bronchialsystem gestellt. Das bedeutet eigentlich nichts weiter, als dass meine Atemwege im Vergleich zu gesunden Personen überempfindlich sind und auf Reize wie Kälte, Hitze oder körperliche Anstrengung vermehrt reagieren. Es kommt also dann zu einem Krampf der glatten Bronchialmuskulatur, was dann zu den typischen Symptomen, wie beispielsweise Atemnot, führt. Asthma bronchiale lässt sich heute vergleichsweise gut behandeln, ich würde Betroffenen aber raten zusätzlich zur schulmedizinischen Therapie auch alternative Wege der Naturheilkunde zu versuchen, zumindest als Ergänzung und zur Unterstützung.
Mein Leben mit Nierensteinen - von den 60ern bis heute - Schmerzen, Steinzertrümmerung und Operation
Ich litt seit frühster Kindheit an der Bildung von Nierensteinen. Ich galt als besonders weinerliches Kind, war, so die gängige Meinung aller Verwandten, „zu nah am Wasser gebaut“. Als ich 7 Jahre alt war, klärte der Hausarzt meine Eltern darüber auf, dass es wohl doch etwas Ernstes sei und schickte mich ins Krankenhaus.

Das war Ende der 1960er Jahre. Damals war es in Krankenhäusern üblich, die Mutter nicht zum Kind zu lassen. Ich hatte ein Telefonapparat am Bett und Mutter stand hinter einer Glasfront – wie im Gefängnis in einigen Filmen, nur nicht so nah – und durfte für 10 Minuten mit mir sprechen. Geschwister durften erst gar nicht ins Gebäude.

So war ich in regelmäßigen Abständen von 2 Jahren für 4 bis 6 Wochen von der Familie getrennt. Das einzig Angenehme daran war, dass die Schmerzen nachließen. Man kann sich denken, dass ich wenig Interesse daran hatte, wie diese Magie zustande kam. Doch ist mir Buscopan ein Begriff. Die krampflösende Wirkung war das, was mich bei Koliken ins Krankenhaus gehen ließ. Nichts, wirklich gar nichts auf der Welt, ist schöner, als wenn der Schmerz nachlässt!

Verfahren

Über die Jahre hab ich den Wandel der Technik erlebt. Narben an der Flanke deuten darauf hin, dass in der Kindheit schon eine Nierenfistel angelegt wurde. Daran hab ich keine Erlebnis-Erinnerung. Aus der Zeit sind mir hauptsächlich unmenschlich große Tabletten, die ich irgendwie schlucken musste, in Erinnerung.

Was mich immer begleitete, war die Anordnung, so oft es nur irgend ginge, im Treppenhaus zu laufen. Ich sollte ganz nach oben gehen und dann in den Keller hüpfen, damit die Steine sich lösen. Das war das übliche Prozedere nach der Steinzertrümmerung. In jungen Jahren, ich meine so um die 1970er, -80er Jahre, war es üblich, mich in eine riesige Wanne mit Wasser zu hängen, in der ich mich unter Androhung übelster Schrecken nicht bewegen durfte. Das war ein Lithotripter.

Hoch erfreut war ich, als mich die Ärzte eines Tages auf die Liege baten. Ein Stoßwellenzertrümmerer, der die Krankheit aus meiner Sicht schon fast komfortabel erscheinen ließ. Ich meine, das müsste so in den 1990ern gewesen sein.

Stands zwischen Niere und Blase hatte ich auch immer mal wieder. Die verkalkten aber recht schnell, sodass man von dieser Technik abließ.

Diäten

Da es sich um Oxalatsteine handelte, wurde mir geraten, Lebensmittel mit Oxalsäure (Schokolade, Spinat, Rote Beete, ...) zu meiden. Bei Magnesiumoxalatsteinen sollte ich zusätzlich dementsprechende Lebensmittel meiden. Als sich Kalziumoxalatsteine bildeten, wurde es ernst:

Nun sollte ich auf Dinge wie Milch und Milchprodukte verzichten. Und ich war schwanger. Das konnte natürlich nicht gut gehen. Das Kind zog seinen Bedarf nun aus meiner Knochensubstanz. Ich brach mir beispielsweise beim Schreiben einen Finger. Das war also auch keine Lösung.

Später räumten die Urologen ein, dass die Diätpläne „Fehler der Zeit“ waren. Man hat inzwischen herausgefunden, dass der Körper selbst Oxalsäure bildet, der Verzicht war also – zumindest in meinem Fall – sehr unnütz.

Entfernung

In den frühen 2000ern hat man sich sehr ausführlich mit mir beschäftigt. In einem Krankenhaus-Aufenthalt von ca. 9 Monaten wurden nicht nur Steine und Grieß entfernt. Mittels einer Liege, auf der ich auf den Kopf gedreht werden konnte, haben wir augenscheinlich auch die letzten staubfeinen Ablagerungen aus dem Nierensystem entfernt.

Da ich nun keine Koliken mehr bekam, war ich lange Zeit nicht mehr in einer Klinik. Etliche Jahre später fand sich auf einem Röntgenbild ein Auskleidestein von beachtlicher Größe. Dem war mit Stoßwellen nicht mehr beizukommen. Ich beschloss, mit meinem Stein alt zu werden. Im letzten Jahr jedoch öffnete sich der Gang der alten Nierenfistel-Narbe und Eiter trat aus. Ich ließ die tote Niere entfernen.
Das ist ja ein sehr interessanter Bericht auch über die Geschichte der Behandlung von Nierensteinen. Im Grunde kann man nur dankbar sein wie sich die Medizin in den letzten Jahrzehnten weiterentwickelt hat. Ich hatte auch mal eine schmerzhafte Erfahrung mit Nierensteinen aber in keinster Weise vergleichbar mit Ihrer Odyssee durch die Behandlungsmethoden der jeweiligen Zeit.
von oli69 am 01.10.2016, 12:22:00