Vergleich Sertalin und Escitalopram

Vor einiger Zeit ging es mir beruflich und Privat ziemlich schlecht und so wurde mir vom Hausarzt das Antidepressivum Sertalin verschrieben. Ich habe es ein paar Monate genommen und später - nach einer Pause auch ein paar Monate Escitalopram. Daher möchte ich hier einen kleinen Vergleich posten.

Sertalin
Es hat ca. zwei bis drei Wochen gedauert, bis ich das Gefühl hatte es geht mir langsam besser. In den ersten Tagen (mit langsam steigender Dosierung) habe ich zwar eine etwas aufputschende Wirkung von Sertalin wahrgenommen. Aber noch nicht unbedingt eine positivere allgemeine Gefühlslage. Als es mir sehr schlecht ging habe ich morgens begonnen Panik zu schieben und Ängste zu entwickeln die ich davor nie hatte. Kein guter Start in den Tag. Aber durch die Einnahme des Antidepressivums sind diese Ängste zurückgegangen. Nach 2-3 Wochen kamen dann also langsam auch positive Gefühle. Das das Medikament schon ein stärkerer Eingriff in die Körperchemie ist, das kann auch physisch fühlen. So ca. eine halbe bis eine Stunde nach der Einname konnte ich ein leichtes Kribbeln im Kopf fühlen. Einerseits befremdlich aber andererseits auch ein Anzeichen dafür das sich etwas tut. Nach längerer Einnahme habe ich auch die Nebenwirkungen von den Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SSRI) kennengelernt. Man ist hat die ganze Zeit ein wenig neben der Spur. Einerseits hat man weniger negative Gefühle. Aber auch ganz allgemein weniger Gefühle. So als ob alle Gefühle gedämpft werden. Zwar lässt Sertalin ganz allgemein nach einer schweren Phase wieder positive Gefühle zu, aber trotzdem irgendwie Gefühle auf Sparflamme. Das war dann auch der Grund warum ich irgendwann mit dem Medikament gestoppt bin.

Escitalopram
Genau so wie Sertalin ist Escitalopram auch ein Serotonin-Wiederaufnahmehemmern. Aber tatsächlich fühlen sich beide Medikamente ein wenig anders an. Auch Escitalopram lässt Panikattacken und Ängste geringer werden. Aber es scheint etwas unauffälliger zu wirken. So ca. 30-60 Minuten nach der Einnahme habe ich zwar auch etwas Verpeiltheit gefühlt, aber nicht dieses Kribbeln im Kopf. Die allgemeine Stimmungsaufhellung scheint auch etwas zurückhaltender zu sein bei etwas geringeren Nebenwirkungen.

Fazit
Tja, wer bedenken hat wegen den Nebenwirkungen von SSRIs ist vielleicht mit Escitalopram besser aufgehoben. Aber in einer schwierigen Lebensphase können beide Medikamente im Rahmen ihrer Möglichkeiten sicherlich helfen. Einen wirklichen "Gewinner" kann ich jetzt aber auch nicht küren.
Ich denke es sind meist ein paar Grundlegende Sachen die man in seinem Leben verändern muss um sich besser zu fühlen und die SSRI sind ein Start aber mehr auch nicht. Z.Z. nehme ich noch Escitalopram aber in einer geringen Dosis.