Erfahrungsbericht: Knochenbruch am Handgelenk - Unfall, Operation und Rehabilitation

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Unfall, Handgelenk, Knochenbruch, Operation, Beruhigungsmittel, Buscopan®, Gipsverband, Rehabilitation, Erfahrungsbericht
S62.-

Beim morgendlichen Verlassen der Wohnung auf dem Weg ins Büro war weder absehbar noch erkennbar, wie dieser Tag enden sollte. Drei Stunden später am späten Vormittag war es soweit. An diesem Spätherbsttag war der Bürgersteig durch feuchtes Laub sehr glitschig. Mein Schuhwerk mit Ledersohle war darauf nicht eingerichtet. Von einer auf die andere Sekunde rutschte ich nach hinten weg und schlug mit dem gesamten Körper auf den Boden. Wie es heißt, war ich für einige Sekunden weg. Mein rechter Arm lag unter meinem Oberkörper. Ich musste mir selbst helfen. Das war schwierig genug, zumal kein Passant zugegen war. Ich fühlte mich insgesamt schlecht, setzte mich auf die Bordsteinkante vom Bürgersteig und schleppte mich dann schrittweise ein-, zweihundert Meter weiter zu einem Bürohaus als meinem ursprünglichen Ziel. Dort setzte ich mich auf die Treppenstufen und wartete ab – worauf, kann ich nicht sagen.

Doch alsbald kam Hilfe, und ab dann war ich in dem beschützenden Kreislauf der medizinischen Versorgung. Der Unfall geschah in dem Vorort einer Großstadt mit ihrer dementsprechenden Dichte an Rettungsdienst und medizinischer Versorgung. Mit einem Rettungswagen wurde ich in die Notaufnahme des nächstgelegenen Krankenhauses gefahren. Dort war ich um diese Tageszeit keineswegs der einzige Notfall. Die Erstversorgung war fürsorglich und umsichtig. Der „Knackpunkt“ war mein rechtes Handgelenk. Die Frage lautete: Starke Verstauchung oder Knochenbruch. Eine Stunde nach dem Röntgen stand die Diagnose mit Handgelenkbruch unabänderlich fest. Ich musste mich ab sofort auf eine Operation sowie auf die Anschlussbehandlung einstellen. Der Tag und die kommenden Wochen verliefen dadurch komplett anders als geplant.

Nachdem mir ein Notverband angepasst worden war, wurde ich entlassen. Mit einem Taxi fuhr ich in meine Wohnung. Mittlerweile war ich „wieder klar bei Verstand“ und organisierte meine weitere Behandlung. Wenige Stunden später war ich Tagespatient in der Uniklinik an meinem Wohnort. Dort erfuhr ich, wie es weitergehen sollte. Die Operation wurde für den übernächsten Tag angesetzt. In der Zwischenzeit wurde mein gebrochenes Handgelenk „fixiert“ und mit einem Hartschalenverband „ruhig gestellt“. Nun war ich so richtig körperlich gehandicapt. Erst jetzt spürte ich bewusst die sturzbedingten Prellungen an Hüfte und Oberkörper. Für die nächsten Stunden und Tage wurden mir leichte Beruhigungsmedikamente verabreicht. Dadurch kam ich zur Ruhe, konnte gut schlafen und spürte kaum Schmerzen. Am OP-Tag wurde ich vom Klinikpersonal auf den Eingriff unter Vollnarkose frühmorgens vorbereitet. Mittags wachte ich in meinem Krankenzimmer auf. Mir wurde gesagt, dass die Operation komplikationslos war und ich jetzt einige Wochen Geduld haben müsste. Der anschließende mehrtägige Krankenhausaufenthalt war notwendig, um den beginnenden Heilprozess ärztlich zu begleiten. Auf die Einnahme von schmerzstillenden Medikamenten verzichtete ich weitgehend, weil mir ruhigstellende Tabletten wie „Buscopan“ genügten. Ich musste absolut still liegen, wobei mein rechter Arm in eine Liege-/Haftschale fixiert war.

So verbrachte ich auch die nächsten zwei, drei Wochen in einem Krankenbett zuhause. Ich hielt mich strikt an die ärztliche Anweisung, zumal mir vorübergehend eine Titanplatte zur Fixierung der Bruchstelle implantiert worden war. Vier Wochen später wurde der Gipsverband entfernt und anhand einer Röntgenaufnahme bestätigt, dass die Bruchstelle gut verheilt sei. Jetzt begann die nochmals längere Reha-Phase. Dazu gehörten Massagen und Bewegungsübungen mit Fingern sowie Handgelenk. Das war insgesamt lästig und mühsam, jedoch sehr hilfreich. Ich verzichtete auf das Entfernen der eingesetzten Titanplatte, was sich anschließend als wirklicher Fehler erweisen sollte. Bis heute ist durch dieses Implantat die Beweglichkeit des Handgelenkes spürbar eingeschränkt. Es ist dauerhaft, beispielsweise bei Gartenarbeiten, nicht belastbar und schmerzt. Das jetzige Entfernen wäre eine weitere, erneute Operation mit vergleichbaren Heilfolgen wie damals. Das wollte und möchte ich mir auch heute ersparen. Wegen diesem Knochenbruch wurde mir von der privaten Unfallversicherung ein vorübergehender, 20%iger Grad der Behinderung, kurz GdB zugestanden. Als Entschädigung und „kleines Trostpflaster“ bekam ich einmalig einige Tausend EUR ausbezahlt.

Als Resümee kann ich festhalten, dass eine unachtsame Sekunde einiges verändert hat. Medizinische Versorgung und Krankenhausbehandlung waren insgesamt gut, mehr als zufriedenstellend sowie professionell. Mit den Folgen muss ich selbst klarkommen.