Erfahrungsbericht zu "Ramipril" bei Bluthochdruck (essentielle Hypertonie) und Nebenwirkungen

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Hypertonie, Ramipril, Bluthochdruck, ACE-Hemmer, Valsartan, Nebenwirkungen, Pharyngitis, Halsentzündung, Erfahrungsbericht
I10

Ich bin 39 Jahre alt und berichte über meine Erfahrungen mit dem Wirkstoff Ramipril, ein sogenannter ACE-Hemmer. Schon als Heranwachsender war mir diese Substanz nicht unbekannt, denn meine Eltern aber auch meine Geschwister mussten Ramipril schon seit einiger Zeit wegen ihres erhöhten Blutdrucks dauerhaft einnehmen. Unser Hausarzt hat uns auch schon alle darüber aufgeklärt, dass bei uns eine familiäre Form der Hypertonie, die wahrscheinlich genetisch bedingt ist, vorliegt. Schon als Kind wurden deshalb auch meine Blutdruckwerte mehrmals jährlich überprüft. Als ich dann 21 Jahre alt war, habe ich mir dann selbst ein Blutdruckmessgerät angeschafft, damit ich mir den Blutdruck regelmäßig auch am Handgelenk messen konnte.

Mein Hausarzt war mit diesem Gerät einverstanden und hat die damit gemessenen Blutdruckwerte auch mit seinem Blutdruckmessgerät in der Praxis verglichen. Ich kann wirklich sagen, dass bei mir der hohe Blutdruck praktisch von einem zum anderen Tag ausgebrochen ist, es war in meinem 26. Lebensjahr während einer Nachtschicht, als ich plötzlich Doppelbilder sah und mir furchtbar schwindelig wurde. Mein Chef war so nett, mich gleich nach Hause zu schicken, ich legte mich dann ins Bett und suchte gleich morgens die Ambulanz auf. Der Aufnahmearzt bekam einen Schreck, als er meinen Blutdruck gemessen hatte, der immerhin 260 zu 120 mmHg, also sehr hoch, war. Der Arzt konnte auch nicht verstehen, dass ich nicht direkt nach meiner Schicht ins Krankenhaus gekommen war, ich hätte ja auch den Notarzt rufen können.

In den folgenden Tagen wurde ich im Krankenhaus diagnostisch ganz durchgecheckt, es wurden aber keine Organschäden nachgewiesen, die den hohen Blutdruck hätten erklären können. Auch während des Krankenhausaufenthaltes waren die Blutdruckwerte immer ziemlich hoch, trotz der Blutdruck senkenden Medikamente, die ich dort einnehmen musste. Letztendlich handelte es sich dann um eine sogenannte essenzielle Hypertonie, also ein hoher Blutdruck, bei dem die genaue Ursache nicht festgestellt werden kann. Zur Dauermedikation bekam ich Ramipril verordnet, aber nicht als alleinige Blutdruck senkende Substanz. Sondern ich musste ab diesem Zeitpunkt eine sogenannte Dreierkombination einnehmen.

In einer Tablette sind also drei Blutdruck senkende Substanzen enthalten, nämlich Ramipril, Amlodipin und Hydrochlorothiazid. Der Arzt hat mir auch genau erklärt, wo diese Medikamente im Körper ansetzen und wirken. Es ist so, dass sich diese Medikamente gegenseitig in ihrer Blutdrucksenkenden Wirkung verstärken. Nach einiger Zeit führte mein Hausarzt eine sogenannte Langzeitblutdruckmessung über 24 Stunden mit mir durch. Dabei bekommt man die Manschette an den Oberarm angelegt und bewegt sich dann den ganzen Tag damit in seinem Alltag, wobei der Blutdruck alle 30 Minuten, auch nachts, gemessen wird.

Unter der Einnahme von Ramipril haben sich die Werte, wie bei meinen nächsten Angehörigen auch, schnell wieder normalisiert. Doch nach etwa neun Jahren täglicher Einnahme von Ramipril, die ich bisher ganz ausgezeichnet vertragen hatte, stellten sich plötzlich Nebenwirkungen ein. Ich bekam eine Halsentzündung (Pharyngitis), die einfach nicht verschwinden wollte. Da sich mein Hausarzt aber mit den Medikamenten-Nebenwirkungen von Ramipril sehr gut auskannte, vermutete er eben keine Infektion, sondern eine Unverträglichkeit auf den Wirkstoff Ramipril. Der Arzt erklärte mir, dass diese Nebenwirkung gar nicht so selten auftreten würde. Insbesondere kann diese chronische Halsentzündung durch den Wirkstoff Ramipril auch dann entstehen, wenn man das Medikament zuvor jahrelang gut vertragen hatte.

Das mein Hausarzt auch diesmal recht hatte, merkte ich daran, dass die schlimmen Halsschmerzen praktisch von einem zum anderen Tag verschwanden, nachdem Ramipril abgesetzt wurde. Leider zeigte sich, dass der Blutdruck schnell wieder anstieg. Doch aufgrund der massiven Nebenwirkung kann ich Ramipril leider nicht mehr einnehmen und mein Hausarzt machte sich Gedanken über einen Ersatzwirkstoff. Heute nehme ich anstatt Ramipril den Wirkstoff Valsartan und komme damit bis jetzt gut zurecht. Bei meinen Verwandten ist diese Ramipril Nebenwirkung trotz jahrzehntelanger Einnahme bis jetzt allerdings nicht aufgetreten, sodass sie es auch weiterhin zur Behandlung ihres hohen Blutdrucks täglich einnehmen.