Schmerzen durch Spinalkanalstenose und medikamentöse Behandlung mit Pregabalin

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ICD-Code

Schmerzen, Spinalkanalstenose, Pregabalin, Halswirbelsäulensyndrom, Wirbelsäulenoperation, Nervenschmerzen
M48.0

Aufgrund eines degenerativen Halswirbelsäulensyndroms (Spinalkanalstenose) habe ich Nervenschmerzen, die sich vom Nacken bis ins Gesicht ziehen. Diese Schmerzattacken dauern nur ein paar Sekunden, sind aber schmerzhaft und sehr unangenehm. Seit Februar 2015 bekomme ich dagegen Pregabalin (Lyrica), was ich zunächst in der Dosis von 75 mg zweimal am Tag genommen habe. Gegen die Schmerzen im Nacken habe ich zusätzlich Schmerzmittel bekommen.

Ich habe viele Untersuchungen über mich ergehen lassen und merkte mit der Zeit, dass die 75 mg nicht mehr ausreichten, weil die Nervenschmerzen schlimmer wurden. Die Ärzte setzten die Dosis hoch auf zweimal 100 mg, was ich täglich nehmen musste. Nun stellten sich auch langsam viele Nebenwirkungen ein. Ich war extrem müde, so müde, dass mir von einer Sekunde auf die andere die Augen zufielen. Ich bekam ein Engegefühl in der Brust und bin mit den Symptomen auch zum Kardiologen gegangen. Der konnte trotz Untersuchungen nichts finden. Luftnot nach kurzer Anstrengung was das Nächste, was sich massiv einstellte. Damit bin ich zum Lungenarzt gegangen, habe alles untersuchen lassen und einen Lungenfunktionstest gemacht. Dann habe ich ein Asthmaspray bekommen, was mir aber nicht hilft. Ich kämpfe mit Gedächtnisausfällen und kann mir manche Dinge nicht merken, auch wenn sie erst kurz vorher gesagt wurden.

Trotz Pregabalin habe ich Rückenschmerzen und die Gelenke schmerzen auch. Nach der ersten Einnahme am Tag habe ich ein Trunkenheitsgefühl, ohne Alkohol getrunken zu haben. Die auftretenden Stimmungsschwankungen lassen mich oft anders reagieren als notwendig und haben leider schon oft für Stress in der Familie gesorgt. Immer wieder habe ich das Gefühl, Fieber oder eine Grippe zu bekommen, was sich aber nie bestätigt. Ich leide unter Kraftlosigkeit und kann viele Dinge nicht mehr ausüben, weil mir die Kraft dazu fehlt. Und um Sachen auszuführen, müsste ich meine Antriebslosigkeit überwinden, die ich auch erst habe, seit ich das Pregabalin einnehmen muss.

Außerdem leide ich an Entzugserscheinungen, wenn ich das Mittel nicht regelmäßig einnehme. Dies ist meistens morgens der Fall, wenn ich in der Nacht zu lange geschlafen habe. Dann schmerzt jeder Teil meines Körpers und ich muss mich nach der Einnahme meiner Medikamente erst mal hinlegen, bis sie zu wirken beginnen.

Seit Mai 2016 bin ich auf der Höchstdosis angelangt und nehme zweimal täglich 300 mg Pregabalin ein.

Autofahren ist mit diesem Mittel verboten, weil es zu einer akuten Müdigkeit führen kann. Ich bin damit immer auf einen Fahrer angewiesen. Ich habe zudem das Gefühl, als stände ich permanent unter Drogen.

Pregabalin macht körperlich abhängig und muss, wenn es abgesetzt werden soll, langsam ausgeschlichen werden. Demnächst steht bei mir eine Wirbelsäulenoperation an, wo die Ursache für die Schmerzen und die Nervenschmerzen beseitigt wird. Danach hoffe ich, dass ich das Pregabalin langsam ausschleichen kann und mein Leben wieder lebenswert wird. Im Moment ist ans Absetzen nicht zu denken, da selbst die Höchstdosis keinen vollständigen Erfolg zeigt. Die Nervenschmerzen treten unter dem Medikament nur selten auf, sind aber nach wie vor präsent. Eine Alternative zum Pregabalin gibt es nicht. Der Vorgänger Gabapentin ist ähnlich wie das Pregabalin, jedoch nicht so wirkungsvoll, weswegen es als Alternative herausfällt. Pregabalin wurde zugelassen für generalisierte Angststörungen, neuropathische Schmerzen und Epilepsie.