Erfahrungsbericht: Asthma bronchiale - Von der Diagnose, meiner Behandlung und Prognose

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Asthma bronchiale, Katzenallergie, Asthma, Anstrengungsasthma, Kortison, Asthmaspray, Husten, Bronchien, Erfahrungsbericht, Allergie
J45.-

Mit dieser Geschichte gehen wir zurück bis ins Jahr 1978. Ich war frisch verliebt und zog in die kleine, gemütliche Wohnung meiner Freundin ein. Nach wenigen Wochen juckten und tränten mir zu Hause ständig die inneren Augenwickel und ich musste mich ständig räuspern, bis daraus ein fast chronischer Husten entstand. Besonders nachts, so gegen 03:30 Uhr, wurde ich wach, weil ich einfach keine Luft mehr bekam.

Später erfuhr ich darüber, dass der natürliche Kortisongehalt in unserem Blut einem täglichen Biorhythmus unterliegt und zu dieser Zeit stets sein Minimum erreicht.

Aber auch tagsüber ging es mir immer schlechter. Obwohl ich ein kräftiger, junger Mann war, reduzierte sich meine körperliche Leistungsfähigkeit immer weiter. An einem frühen Winterabend half ich einem Freund beim Anschieben seines blauen Ford 12M. Das war nicht nur sehr anstrengend, es löste gerade in der kalten Luft unmittelbar ein sogenanntes Anstrengungsasthma aus.

Ursachenforschung

Nun konnte ich mir nicht mehr länger etwas vormachen. Ich musste mir eingestehen, dass es mir zu Hause in der kleinen Wohnung immer schlechter ging. Wenn ich draußen an der Universität war, ging es mir eigentlich recht gut. Was war also so besonders an der Wohnung meiner Freundin? Nun, wir lebten dort nicht ganz allein. Da war noch diese niedliche, kleine, schwarze Katze mit den weißen Samtpfötchen.

Es gab damals noch nicht viele Ärzte, die über die Möglichkeit der Entwicklung einer Katzenallergie und deren Auswirkungen Bescheid wussten. Aber ich führte mit mehreren Menschen viele Gespräche und dabei kristallisierte sich immer mehr heraus, dass hier die Katze die Ursache sein musste.

Ein chronisch überempfindliches Bronchialsystem

Die ständigen Entzündungsprozesse in meinen Bronchien hatten mir ihren Stempel aufgedrückt. Durch die Abschaffung der Katze wurde ich nicht sofort gesund, denn mein gesamtes Bronchialsystem war bereits nachhaltig geschädigt und es sollte nun erforderlich werden, dass ich mein Leben lang Medikamente brauche, die ich auch bei jeder Reise mit mir führen muss.

Zwar hatte ich meine Freundin inzwischen nicht mehr, aber wenigstens mein Asthma war mir treu geblieben. Ich war noch immer ein junger Mann und fragte mich selbst: "Willst Du nun ein körperliches Wrack sein oder kämpfst Du dagegen mit aller Gewalt an?" Ich entschied mich für das Zweite und begann, regelmäßig zu laufen, das tägliche, unerhört quälende Anstrengungsasthma in Kauf nehmend.

Hilfreiche Medikamente

Mit der Zeit fand ich heraus, dass das Asthma nach dem Laufen nur noch moderat auftritt, wenn ich zuvor mein Medikament nehme. Wie gesagt, die Ärzte kannten sich damit nicht besonders gut aus, konnten kaum einen Rat geben. Zur Verfügung gestellt wurden mir Anfang der 1980er Jahre ein Plastik-Spinhaler und gelbe, durchsichtige Kunststoffkapseln mit der Aufschrift "Intal".

Beim Einsetzen der Kapsel wurde diese an zwei Seiten durchstochen. Durch kräftiges Inhalieren wurde ein kleiner Propeller in heftige Rotation versetzt und die dabei entstehenden Zentrifugalkräfte zerstäubten die in der Kapsel befindlichen Salze, die auf diese Weise tief in die Lunge eindringen konnten. Dieses einfache Medikament, das völlig frei von Nebenwirkungen war, war mir eine große Hilfe.

Kuraufenthalte und modernere Medikamente

Wegen meines Asthmas war ich bislang drei Mal zur Kur: zweimal in Bad Sooden-Allendorf, einmal in Bad Reichenhall. Dabei haben mir nicht nur die Sole-Inhalationen oder Atemgymnastikübungen sehr geholfen, sondern auch die Fortbildungsveranstaltungen für die Patienten möchte ich ausdrücklich lobend erwähnen. Neben dem oben beschriebenen Intal wurde ich mit "Pulmicort" und "Sultanol" Sprays therapiert. Letzteres (heute: SalbuHEXAL N Dosieraerosol zur Inhalation) dient dazu, die verkrampften Bronchien unmittelbar zu erweitern, um das Atmen wieder zu erleichtern. Es wirkt sofort, ist wirklich sehr hilfreich, kann aber zuweilen ein leichtes Herzklopfen auslösen, das nicht weiter beängstigend ist und schnell wieder nachlässt.

Beim Pulmicort (heute: "Budiair 200 Mikrogramm") handelt es sich um ein geringfügig kortisonhaltiges Spray, das die Entzündungsprozesse langfristig einzudämmen hilft. Dieses Spray hilft daher nicht direkt beim Asthmaanfall, sondern soll regelmäßig und vorbeugend verwendet werden.

Prognose

Eine "Heilung" dieser Krankheit ist nicht zu erwarten, obwohl es zuweilen vorkommen kann, dass Allergien spontan wieder verschwinden. Dennoch ist die nachhaltige Beschädigung des Bronchialsystems in meinem Fall Fakt, das heißt, bis zu meinem letzten Atemzug werde mich weiterhin mit meinen Medikamenten arrangieren müssen in der Hoffnung, nicht eines Tages auf noch wirksamere Medikamente umsteigen zu müssen. Die Bereitschaft zur Entwicklung von Allergien hat sich übrigens auch auf meine beiden Söhne übertragen. Wenn es ihnen nicht gelingt, Allergene zu meiden, besteht bei ihnen die Gefahr der Entwicklung eines Asthma bronchiale.

Abschließend noch ein wichtiger Hinweis, den mir die Ärzte während der Kur mit auf den Weg gegeben haben:

Kortison wird immer gleich als der große Knochenkiller verteufelt. Bei den Sprays zur Bekämpfung von Asthma bronchiale geht es um sehr geringe Dosierungen, die aber direkt an den Ort des Geschehens verfrachtet werden, um dort die extrem schädlichen Entzündungsprozesse herunterzuregeln. Der Nutzen dieser Medikamente ist daher um ein Vielfaches größer als ein möglicher Schaden, den manche Leute meinen, in den Vordergrund spielen zu müssen.