Erfahrungsbericht "Ganglion" (Überbein)

Gruppe: Ganglion
Ganglion am Handgelenk
Als Sekretärin in Vollzeit verbringe ich die meiste Zeit des Tages damit, am Computer E-Mails zu schreiben, Briefe aufzusetzen oder Termine für Mitarbeiter zu koordinieren. Vermutlich ist diese Arbeit die Ursache dafür, dass sich an meinem rechten Handgelenk ein schmerzhaftes Ganglion bildete. So zumindest beurteilte es mein Hausarzt, der eine Überreizung als Ursache feststellte.

Die Entstehung
Anfangs habe ich gar nicht gemerkt, dass sich ein Ganglion an meinem rechten Handgelenk gebildet hat. Über einem Zeitraum von knapp einer Woche hatte ich wiederkehrende Schmerzen, habe diese aber auf die Arbeit am Computer zurückgeführt. Als sich nach wenigen Tagen jedoch ein tastbarer Knoten seitlich des Handgelenks gebildet hat, wurde ich stutzig. Auf Druck reagierte ich mit Schmerzen. Zunächst dachte ich an eine Entzündung und behandelte die Stelle mit Voltarensalbe, jedoch ohne Erfolg.
Nach ein paar weiteren Tagen kam es erstmals zu anhaltendem Kribbeln in der Hand, zudem wurden die Schmerzen bei Belastung intensiver. Das war der Zeitpunkt, an dem ich erstmals den Hausarzt aufsuchte.

Auf Röntgenbild sichtbar
Der Knoten am Handgelenk war tastbar, aber kaum sichtbar. Nur bei Beugung konnte ich ihn sehen. Der Hausarzt überwies mich an ein Röntgenzentrum, das Aufnahmen des Ganglions machte. Aufgrund der geringen Größe und der meiner Ansicht nach vertretbaren Schmerzen entschied sich der Allgemeinmediziner zunächst für eine konservative Behandlung.
Ich wurde für eine Woche krankgeschrieben, mir wurde eine Schonhaltung verordnet und Salben rezeptiert. Dabei handelte es sich um eine Kortisonsalbe mit entzündungshemmender Wirkung. Ich habe selbst noch Heilerde aus der Apotheke besorgt und gegen die Schmerzen gelegentlich eine schwach dosierte Ibuprofen genommen. 15 Tage wurde ich schlussendlich krankgeschrieben, die Schwellung ging zurück und die Beeinträchtigungen waren weg.

Wiederkehrende Beschwerden
Leider vergingen nur 2 Monate, da bildete sich am gleichen Handgelenk wieder ein Überbein. Es war in der Größe ungefähr gleich dem ersten Ganglion und verursachte die gleichen Schmerzen. Da ich nicht wieder drei oder sogar noch mehrere Wochen auf der Arbeit fehlen wollte, ließ ich mir das Ganglion operativ entfernen. Eine Überweisung stellte mir der Hausarzt aus.
Der Eingriff wurde ambulant in einem Krankenhaus unter lokaler Betäubung durchgeführt. Ohne Probleme verlief die kleine Operation, jedoch hatte ich in den ersten sechs bis sieben Tagen danach recht starke Schmerzen. Ich war jeden zweiten Tag beim Hausarzt, der einen Verbandswechsel durchführte und die Wunde inspizierte. Glücklicherweise kam es zu keiner Infektion.
Die ersten Tage nach der OP konnte ich die Hand gar nicht benutzen und war auf die Hilfe meiner Familie angewiesen. Erst danach stiegen die Bewegungsmöglichkeit und die Schmerzen verloren an Intensität. Nach knapp zwei Wochen konnte ich wieder zur Arbeit. Bis zur vollen Einsetzbarkeit des Handgelenkes ohne Schmerzen und Symptomen vergingen jedoch vier Wochen.

Mein Fazit
Aufgrund meiner Tätigkeit als Sekretärin war die Gefahr einer Ganglionbildung sehr hoch, ausgelöst durch die starke Beanspruchung. Trotz der Schmerzen nach der Operation würde ich jederzeit wieder eine OP einem konservativen Eingriff vorziehen. Es sind mehr als 15 Monate seitdem vergangen und ich habe keine Beschwerden mehr. Die Gefahr eines Rezidivs ist bei einer operativen Entfernung deutlich geringer.