Erfahrungsbericht "Rheumatoide Arthritis" (Rheuma)

Bereits in den früheren Jahren meines Lebens habe ich mich mit Rheuma beschäftigen müssen. Bei mir wurden die ersten Anzeichen für die Krankheit bereits entdeckt, als ich etwa 26 Jahre alt war. Die immer wiederkehrenden Rückschmerzen und die zunehmenden Beschwerden im Hüftbereich hatte ich damals allerdings auf das ständige Sitzen geschoben. Bedingt durch mein Studium war diese Belastung leider kaum zu vermeiden. Auch wenn ich zwischen den Vorlesungen versuchte meinen Rücken mit einem kleinen Spaziergang über den Campus wieder zu beruhigen, wurden die Schmerzen nicht besser.

Vor allem die Tatsache, dass meine etwa gleichaltrigen Kommilitonen, die täglich der gleichen Belastung ausgesetzt waren, nur sehr selten über Schmerzen im Rückenbereich klagten verunsicherte mich damals sehr. Mit der Zeit wurden die Einschränkungen, durch die Schmerzen immer größer und der Besuch bei einem Arzt somit unausweichlich. Zunächst tippte dieser jedoch fälschlicherweise auf einen Hexenschuss oder sehr starke Verspannungen durch das lange Sitzen.

Nachdem diverse Behandlungen und Übungen, welche ich teilweise zuhause durchführen sollte, jedoch auch nach einiger Zeit keine Wirkung zeigten, beschloss ich einen Facharzt für Wirbelsäulenerkrankungen aufzusuchen. Das Sitzen war zu dieser Zeit eine einzige Qual für mich, was auch meine Studienleistungen nach und nach natürlich beeinflusste.

Erst dieser Arzt tippte darauf, dass ich unter Arthritis leiden könnte. Im ersten Moment war ich zwar geschockt, vor allem jedoch verwirrt. Ich hatte mir bisher Arthritis als eine Erkrankung vorgestellt, mit der sich nur Senioren herumplagen müssen. Deshalb wusste ich mit dieser Diagnose zunächst noch nicht besonders viel anzufangen. Mir wurde nun ein Medikament verschrieben. Dieses vertrug ich zwar sehr gut, da sich meine Leberwerte kaum veränderten, jedoch dauerte es recht lange, bis es auch die gewünschte Wirkung zeigte. Nach mehreren Monaten waren die Beschwerden zwar gelindert, doch erst jetzt wurde mir richtig klar, dass es sich dabei um eine langfristige Therapie handelte. Zunächst hatte ich nämlich fälschlicherweise angenommen, dass die Tabletten nach einiger Zeit wieder abgesetzt werden würden, sobald es mir besser geht.

Zusätzlich musste ich außerdem von Anfang an Kortison einnehmen. Die starken Entzündungen meiner Gelenke konnten dadurch zwar geschwächt werden, jedoch habe ich durch die jahrelange Einnahme als Nebenwirkung eine Osteoporose davongetragen. Für alle denen dies nichts sagt, dabei handelt es sich um Knochenschwund. Die Knochen werden brüchiger und außerdem zunehmend abgebaut. Die sinkende Knochendichte hat als Folge, dass ich mir über die Jahre mehrere Knochenbrüche zugezogen habe. Jedoch bin ich nicht gerade ein waghalsiger Mensch, der sein Leben bei irgendwelchen Extremsportarten riskiert. Die Knochenbrüche habe ich mir alle in alltäglichen und eigentlich ungefährlichen Situationen zugezogen. Beispielsweise als ich über die letzte Treppenstufe in meinem Haus fiel und mir so das Fußgelenk brach.

Jedoch ermöglichen mir die Medikamente, dass ich meinen Beruf ohne größere Beschwerden ausüben kann, solange ich auf eine regelmäßige Einnahme achte. Jedoch muss ich auch sagen, dass ich das Glück habe einen körperlich nicht sehr anstrengenden Job, mit tollen Arbeitsbedingungen ausüben zu dürfen.

Der Schmerz ist zwar mein häufiger Begleiter, jedoch lasse ich mir nicht mein gesamtes Leben von ihm bestimmen. Jeder hat sein Päckchen zu tragen und ich habe mittlerweile akzeptiert, dass meins nun mal die Rheumaerkrankung ist. (Die genaue Diagnose ist: Seropositive chronische Polyarthritis)