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Essentieller Tremor nach Operation - ein Erfahrungsbericht
Es begann 1996 in meinem 50. Lebensjahr nach einer größeren Operation. Zuerst dachte ich, dass es Folgen der Operation sind und es wieder vergehen würde. Anzeichen war ein leichtes Zittern der rechten Hand beim Halten eines Blattes, Bleistift u.ä., Glas, Tasse und Besteck. Mein Hausarzt überwies mich an den Neurologen, der einen diskreten Ruhetremor diagnostizierte und eine Parkinsonerkrankung ausschloss. Als Therapie empfahl er einen niedrig dosierten Betablocker, was ich jedoch ablehnte. Ich hatte Hoffnung, dass sich das Ganze wieder normalisieren würde.

Dem war leider nicht so. Im Gegenteil, der Tremor verstärkte sich langsam aber sicher und behinderte mich immer mehr. Ich war berufstätig und merkte, dass in Stresssituationen das Zittern stärker wurde. Auch wenn Hektik auf kam und ich rasch etwas zu Ende bringen musste. Inzwischen hatte ich auch beim Essen Probleme. Oft zitterte die Hand so stark, dass flüssigere Speisen vom Löffel bzw. von der Gabel fielen. Innerhalb der Familie belastete mich dies nicht so stark. Restaurantbesuche oder Essen bei Bekannten vermied ich dagegen nach Möglichkeit. Regelmäßige Besuche beim Neurologen ergaben nicht viel Neues. Inzwischen ging er von einem verstärkten physiologischen und essentiellen Tremor aus und meinte, dass dies zahlreiche "ältere Leute" hätten. Wieder empfahl er Betablocker, sagte jedoch dazu, dass diese nur wirken solange sie eingenommen werden. Bei Absetzen ist wieder der vorherige Zustand da. Ich lehnte auch diesmal ab.

2008 hatte ich eine Krebsoperation, nach der das Zittern sehr ausgeprägt war. Bis dahin war mir niemand mit diesen Symptomen begegne. Doch in der Reha traf ich eine Frau im Alter von 75 Jahren. Sie saß bei mir am Tisch und sagte schon bei der ersten Mahlzeit zu mir: "Aha, Sie haben also auch diese Alterszittern." Ich schaute sie erstaunt an und sie meinte: "Ich habe das schon seit 20 Jahren und es wird von Jahr zu Jahr stärker." Schöne Aussichten, dachte ich noch. Allerdings wurde mein Zittern nach einigen Wochen wieder etwas besser, aber es behinderte mich trotzdem immer mehr. Außerdem war inzwischen auch die linke Hand betroffen und es zog sich bis in die Arme. Ich stellte fest, dass es nach jeder Nachsorge-Untersuchung wieder schlimmer wurde, was ich auf die jeweilige kurze Narkose schob.

Aufgrund der Krebsoperation konnte ich einige Monate später in Rente gehen. Ich hoffte, dass bei weniger Stress und Hektik sich das Zittern bessern würde. Leider war es nicht so, denn es wurde kontinuierlich stärker. Neben den schon geschilderten Situationen in denen ich mich stark behindert fühlte, kamen nach und nach weitere dazu. Das Schreiben fiel mir immer schwerer, die Schrift wurde krakelig, beim Nähen konnte ich den Faden kaum einfädeln. Überhaupt, feinmotorische Arbeiten wurden immer schwieriger. Auch nach längeren Belastungen der Hände, wie etwa Unkraut jäten oder die Einkaufstasche tragen, war das Zittern anschließend wieder für Tage sehr viel stärker. Regelmäßige neurologische Untersuchungen bestätigten die ursprüngliche Diagnose: Verstärkter physiologischer und essentieller Tremor. Betablocker wären das Mittel der Wahl, doch die konnte ich wegen meines inzwischen niedrigen Blutdruckes nun nicht nehmen.

2017 hatte ich eine weitere Operation und seither ist alles noch viel stärker. Einige Wochen war es so schlimm, dass ich nur noch feste Speisen essen konnte. Alles fiel mir von Löffel und Gabel, so stark war das Zittern. Es besserte sich etwas, sodass ich heute in guten Momenten mit Messer und Gabel, etwas zittrig, essen kann. Bei Suppe ist es ganz schlimm, die esse ich nur noch zuhause. Tassen und Gläser muss ich mit beiden Händen halten und trotzdem kleckerte ich oft. Inzwischen vermeide ich Restaurantbesuche und das Essen und Trinken im Beisein von Fremden. Leider schränkt das mein Sozialleben sehr ein.

Demnächst steht wieder eine Untersuchung beim Neurologen an. Ich werde mit ihm und meinem Hausarzt besprechen, ob es nicht möglich ist, die Einnahme der Betablocker wenigstens einmal zu testen.
PCO-Syndrom, Behandlung mit Antibabypille, Migräne, schmerzhafte Abbruchblutungen und Gewichtszunahme
Aufgrund eines bei mir diagnostizierten PCO-Syndroms war ich vor wenigen Monaten gezwungen eine Antibaby-Pille einzunehmen. PCO-Syndrom ist eine Hormonstörung, bei welcher ein Überschuss an männlichen Hormonen vorliegt. Bei mir lag aktuell kein Verhütungsbedarf vor, aber eine antiandrogene Antibabypille ist die Standarttherapie, um dem PCO-Syndrom entgegenzuwirken und deshalb ließ ich mich vom Gynäkologen völlig ergebnissoffen in Bezug auf das richtige Präparat für meine Krankheit beraten. Mein Gynäkologe empfahl mir schließlich aufgrund seiner Erfahrung die Pille „Aristelle“ von Aristo, welche antiandrogen wirksam ist und somit der Bildung von männlichen Hormonen entgegenwirkt.

Nachdem ich im Beipackzettel gelesen hatte, dass Antibabypille nicht eingenommen werden sollte, wenn Migräne mit Aura vorliegt, sprach ich nochmals mit meinem Gynäkologen, denn ich litt etwa einmal im viertel Jahr an starker Migräne mit Aura, meist sogar mit mehrmaligem Übergeben. Mein Frauenarzt meinte daraufhin, ich sollte die Pille aufgrund des PCO-Syndroms trotzdem einnehmen und beobachten, ob ich Nebenwirkungen in dieser Richtung bemerke.
In den ersten Wochen der Einnahme war dann zuerst alles gut. Aber dann steigerten sich meine Migräneattacken mit Aura auf etwa einmal pro Monat. Auch dann musste ich mich fast jedes Mal mehrmals übergeben. Als ich dann in der ersten Pillenpause ankam und gelesen hatte, dass normalerweise unter der Pille die Abbruchblutung nahezu schmerzlos verlaufen müsste, bekam ich bei meiner Abbruchblutungen sehr starke Schmerzen, sodass ich tagelang zu Schmerzmitteln greifen musste. Außerdem war die Blutung an sich auch ungewöhnlich stark, was eigentlich ungewöhnlich ist. Zuerst dachte ich, mein Körper müsste sich anfänglich an das Hormonpräparat gewöhnen und diese Symptome würden sich bessern, aber die Beschwerden blieben in den darauffolgenden Monaten unverändert.

Aber der Hauptgrund, warum ich letztendlich die Pille nach drei Monaten wieder absetzte und zu einem anderen Präparat wechselte, war der, dass ich massiv an Gewicht zunahm. Ich hatte das Glück, dass ich trotz des PCO-Syndroms eine normale Figur hatte, aber als ich dann Aristelle einnahm bekam ich plötzlich einen Dauerhunger. Ich hätte ständig essen können, vor allem Süßigkeiten. So nahm ich letztendlich in den drei Monaten fast fünf Kilogramm zu, bis ich mich schließlich wieder an meinen Gynäkologen wandte und mir dieser einen Pillenwechsel empfahl.
Meine Erfahrung mit der Kleinstdosierung von Mirtazapin
Mir wurde eine Kleinstdosierung verschrieben, da ich auf Medikamente mit beruhigender Wirkung und Müdigkeit als Nebenwirkung sehr extrem reagiere.

Die Wirkung von Melperon im Zusammenspiel mit Amioxid

Von meiner behandelnden Psychiaterin wurde mir, zusammen mit Amioxid (Amitriptylinoxid), Melperon zur Beruhigung von Unruhe- und Angstzuständen, sowie depressionsbedingter Schlafstörungen verschrieben. Ich berichtete ihr von meinen früheren Erfahrungen mit Atosil (Promethazin) während Klinikaufenthalten und meiner Sorge, dass es mir wieder so ergehen könnte.
Schon eine niedrige Menge verursachte bei mir zwar einen guten Schlaf in der Nacht, jedoch auch am darauffolgenden Tag extreme Müdigkeit, sodass ich mich sogar während den Therapien kaum bis gar nicht wachhalten konnte. Das verbesserte sich erst in der darauffolgenden Nacht allmählich.
Zwischenzeitlich versuchte ich es mit pflanzlichen Mitteln, wie Baldrian. Diese zeigten bei mir aber leider so gut wie keine Wirkung.

Deshalb bekam ich ein Rezept für kleine Dosierungen von Amioxid und als Bedarfsmedikament Melperon. Als ich mich dann bald wieder in einem starken Unruhezustand befand, griff ich zu Melperon. Die 25 mg - Tablette lässt sich in 4 Teile teilen. Ich halbierte sie und spürte, wie ich langsam müde wurde. Etwa 2 Stunden später erlitt ich einen Kreislaufzusammenbruch mit Bewusstlosigkeit.
Beim nächsten Termin gab ich meiner Psychiaterin die Tabletten zurück. Wir vermuteten, dass ich die Medikamente, vor allem gleichzeitig, wegen meines schwachen Kreislaufs nicht gut vertrage.

Neue Medikation Bupropion und Mirtazapin

Mittlerweile nehme ich Bupropion, das eine antriebssteigernde Wirkung hat. Zusätzlich wurden mir wegen der Schlafstörungen 15 mg Mirtazapin verschrieben. Ich sollte die Tablette erst einmal vierteilen. Ich ging also gleich nach dem Termin in die Apotheke. Die Apothekerin schaute sich mit leicht irritiertem Blick das Rezept an und suchte alle Packungen von sämtlichen Herstellern heraus, fand aber nur solche, die man halbieren kann. Sie schenkte mir netterweise noch eine Tablettenbox, in der ich die „Brösel“ der Tablette aufbewahren könne, die beim Zerteilen entstehen.

Und hierbei sehe ich die Problematik einer Kleinstdosierung in Tablettenform. Man wird nur schwer immer die gleiche Menge beim Zerteilen mit dem Messer oder der Schere herausbekommen, besonders bei so kleinen Tabletten. Mit Tablettenteilern machte ich die gleiche Erfahrung. Jedoch blieb mir erst einmal nichts anderes übrig, als zu schätzen. Und nebenbei fand ich es schwer zu glauben, dass so ein kleiner Teil einer ohnehin schon winzigen Tablette irgendetwas bewirken kann.

Ich vertrug die Dosis in der ersten Nacht jedoch gut. Nach etwa einer Stunde wurde ich müde und ruhig. In der Nacht wachte ich nicht auf und lag dann wie sonst zwei Stunden wach. Am nächsten Morgen fiel es mir aber enorm schwer, aufzustehen. Im weiteren Verlauf des Tages war ich dann wieder sehr schläfrig und unkonzentriert, was sich in den darauffolgenden Tagen aber besserte. Nach ungefähr zwei Wochen machte ich mit einer halben Tablette weiter, da die Wirkung etwas nachließ. Das Aufstehen fällt trotzdem noch schwer, was aber auch zum Teil an der Antriebslosigkeit liegen mag.

Abschließend kann ich sagen, dass eine Kleinstdosierung für mich die einzige Option ist, wenn es um schlaffördernde oder beruhigende Antidepressiva geht.
Erfahrungsbericht: Migräne, als der Schmerz mein Leben bestimmte
Millionen Menschen leiden unter Migräne, verschiedenster Art. Viele kämpfen dagegen an, aber nur manche gewinnen den Kampf. Ich kann sagen, dass ich es geschafft habe, schmerzfrei oder besser „Migräne frei“ zu sein. Das Erste, was mir zu den Jahren einfällt, in denen ich fast täglich von einem wahnsinnigen Kopfschmerz, regelrecht heimgesucht wurde, ist das Wort "Kraft". Mit 15 Jahren hatte ich die ersten Anfälle...

In einem abgedunkelten Raum, abgeschirmt von Geräuschen und Gerüchen versuchte ich den Schmerz irgendwie über mich ergehen zu lassen. Oft mit starken Schmerzmitteln, manchmal tagelang, begleitet von der Unverständnis meines Umfeldes.
„Die hat wieder Kopfweh...“ hieß es in meinem Freundeskreis. Sogar mein Ehemann hatte immer seltener Verständnis, wenn ich entweder mit Schmerztabletten vollgepumpt war, oder mich stundenlang ins Bett legen musste. Die Migräne kam in einem Rhythmus, war aber Zyklus unabhängig, was die Sache nicht gerade erleichterte, wenn man Termine, Urlaub oder einfach nur ein paar entspannende Tage planen wollte. Auf schmerzfreie Tage folgte immer der unablässige Schmerz.
Eine normale Krankenkassen-Behandlung stellte sich in den ganzen Jahren eher als eine symptomatische Behandlung heraus. In der Pubertät empfahl man mir die Antibabypille, mit 22 Jahren bekam ich neben starken Schmerztabletten auch Massagen, Physiotherapie und wurde als „chronisch“ eingestuft. Spezielle Migräne-Hemmer stellten sich bei mir als wirkungsfrei heraus.
Nicht nur der Schmerz bestimmte mein Leben, sondern auch die damit verbundene Übelkeit. Natürlich wurde ich genauestens untersucht, ob ich Blutgerinnsel, einen Tumor, oder andere Ursachen für meine Schmerzen habe. Es war eine mühselige Odyssee von Neurologe zu Neurologe. Gefunden hat niemand etwas.

Migräne kostet Kraft und Lebenszeit

Mit 31 Jahren begann dann meine Familienplanung. Schmerzmittel musste ich selbstverständlich reduzieren, beziehungsweise ganz weglassen. In der Schwangerschaft begann ich mein Leben zu verändern. Ich ließ bis heute den Alkohol weg, versuchte Stress zu reduzieren und mit alternativen Möglichkeiten, mein inneres Gleichgewicht zu finden. Yoga, Meditation, Autogenes Training halfen mir, nicht gegen den Schmerz zu kämpfen, sondern mit dem Schmerz umzugehen. Eine Ernährungsumstellung nach meinem dritten Kind brachte dann die vollkommene Veränderung. Über mehrere Jahre und nach drei Schwangerschaften bemerkte ich, wie sehr mein Körper auf Nahrungsmittel reagierte. Dinge, die meinen Körper übersäuerten, schlugen sich bei mir tatsächlich in Migräne nieder. Für zu viel Histamin in Salami, Pommes Frites, Rotwein oder Käse bekam ich die sprichwörtliche Quittung schon am nächsten Tag.

Entspannung, Sport, Bewegung, sensibel und offen zu werden, für das, was mir gut tut, hat mir geholfen, meine Migräne loszuwerden. Nicht jeder Mensch hat natürlich eine Laktoseintoleranz, Glutenunverträglichkeit oder reagiert so negativ auf Histamin, mit Migräne, wie ich es tue. Wichtig ist, dass man einen Arzt findet, der über eine symptomatische Behandlung hinaus geht. Migräne-Patienten brauchen viel Kraft und haben auch nicht selten mit Depressionen zu kämpfen.
Eine nachhaltige Sensibilisierung für den eigenen Körper, viel Aufklärung über mögliche Ursachen und alternative Behandlungsmöglichkeiten, haben mir viel mehr gebracht, als sämtliche Schmerzmittel, die ich im Lauf der Jahre ausprobiert hatte.
Erfahrungsbericht: Asthma bronchiale - Von der Diagnose, meiner Behandlung und Prognose
Mit dieser Geschichte gehen wir zurück bis ins Jahr 1978. Ich war frisch verliebt und zog in die kleine, gemütliche Wohnung meiner Freundin ein. Nach wenigen Wochen juckten und tränten mir zu Hause ständig die inneren Augenwickel und ich musste mich ständig räuspern, bis daraus ein fast chronischer Husten entstand. Besonders nachts, so gegen 03:30 Uhr, wurde ich wach, weil ich einfach keine Luft mehr bekam.

Später erfuhr ich darüber, dass der natürliche Kortisongehalt in unserem Blut einem täglichen Biorhythmus unterliegt und zu dieser Zeit stets sein Minimum erreicht.

Aber auch tagsüber ging es mir immer schlechter. Obwohl ich ein kräftiger, junger Mann war, reduzierte sich meine körperliche Leistungsfähigkeit immer weiter. An einem frühen Winterabend half ich einem Freund beim Anschieben seines blauen Ford 12M. Das war nicht nur sehr anstrengend, es löste gerade in der kalten Luft unmittelbar ein sogenanntes Anstrengungsasthma aus.

Ursachenforschung

Nun konnte ich mir nicht mehr länger etwas vormachen. Ich musste mir eingestehen, dass es mir zu Hause in der kleinen Wohnung immer schlechter ging. Wenn ich draußen an der Universität war, ging es mir eigentlich recht gut. Was war also so besonders an der Wohnung meiner Freundin? Nun, wir lebten dort nicht ganz allein. Da war noch diese niedliche, kleine, schwarze Katze mit den weißen Samtpfötchen.

Es gab damals noch nicht viele Ärzte, die über die Möglichkeit der Entwicklung einer Katzenallergie und deren Auswirkungen Bescheid wussten. Aber ich führte mit mehreren Menschen viele Gespräche und dabei kristallisierte sich immer mehr heraus, dass hier die Katze die Ursache sein musste.

Ein chronisch überempfindliches Bronchialsystem

Die ständigen Entzündungsprozesse in meinen Bronchien hatten mir ihren Stempel aufgedrückt. Durch die Abschaffung der Katze wurde ich nicht sofort gesund, denn mein gesamtes Bronchialsystem war bereits nachhaltig geschädigt und es sollte nun erforderlich werden, dass ich mein Leben lang Medikamente brauche, die ich auch bei jeder Reise mit mir führen muss.

Zwar hatte ich meine Freundin inzwischen nicht mehr, aber wenigstens mein Asthma war mir treu geblieben. Ich war noch immer ein junger Mann und fragte mich selbst: "Willst Du nun ein körperliches Wrack sein oder kämpfst Du dagegen mit aller Gewalt an?" Ich entschied mich für das Zweite und begann, regelmäßig zu laufen, das tägliche, unerhört quälende Anstrengungsasthma in Kauf nehmend.

Hilfreiche Medikamente

Mit der Zeit fand ich heraus, dass das Asthma nach dem Laufen nur noch moderat auftritt, wenn ich zuvor mein Medikament nehme. Wie gesagt, die Ärzte kannten sich damit nicht besonders gut aus, konnten kaum einen Rat geben. Zur Verfügung gestellt wurden mir Anfang der 1980er Jahre ein Plastik-Spinhaler und gelbe, durchsichtige Kunststoffkapseln mit der Aufschrift "Intal".

Beim Einsetzen der Kapsel wurde diese an zwei Seiten durchstochen. Durch kräftiges Inhalieren wurde ein kleiner Propeller in heftige Rotation versetzt und die dabei entstehenden Zentrifugalkräfte zerstäubten die in der Kapsel befindlichen Salze, die auf diese Weise tief in die Lunge eindringen konnten. Dieses einfache Medikament, das völlig frei von Nebenwirkungen war, war mir eine große Hilfe.

Kuraufenthalte und modernere Medikamente

Wegen meines Asthmas war ich bislang drei Mal zur Kur: zweimal in Bad Sooden-Allendorf, einmal in Bad Reichenhall. Dabei haben mir nicht nur die Sole-Inhalationen oder Atemgymnastikübungen sehr geholfen, sondern auch die Fortbildungsveranstaltungen für die Patienten möchte ich ausdrücklich lobend erwähnen. Neben dem oben beschriebenen Intal wurde ich mit "Pulmicort" und "Sultanol" Sprays therapiert. Letzteres (heute: SalbuHEXAL N Dosieraerosol zur Inhalation) dient dazu, die verkrampften Bronchien unmittelbar zu erweitern, um das Atmen wieder zu erleichtern. Es wirkt sofort, ist wirklich sehr hilfreich, kann aber zuweilen ein leichtes Herzklopfen auslösen, das nicht weiter beängstigend ist und schnell wieder nachlässt.

Beim Pulmicort (heute: "Budiair 200 Mikrogramm") handelt es sich um ein geringfügig kortisonhaltiges Spray, das die Entzündungsprozesse langfristig einzudämmen hilft. Dieses Spray hilft daher nicht direkt beim Asthmaanfall, sondern soll regelmäßig und vorbeugend verwendet werden.

Prognose

Eine "Heilung" dieser Krankheit ist nicht zu erwarten, obwohl es zuweilen vorkommen kann, dass Allergien spontan wieder verschwinden. Dennoch ist die nachhaltige Beschädigung des Bronchialsystems in meinem Fall Fakt, das heißt, bis zu meinem letzten Atemzug werde mich weiterhin mit meinen Medikamenten arrangieren müssen in der Hoffnung, nicht eines Tages auf noch wirksamere Medikamente umsteigen zu müssen. Die Bereitschaft zur Entwicklung von Allergien hat sich übrigens auch auf meine beiden Söhne übertragen. Wenn es ihnen nicht gelingt, Allergene zu meiden, besteht bei ihnen die Gefahr der Entwicklung eines Asthma bronchiale.

Abschließend noch ein wichtiger Hinweis, den mir die Ärzte während der Kur mit auf den Weg gegeben haben:

Kortison wird immer gleich als der große Knochenkiller verteufelt. Bei den Sprays zur Bekämpfung von Asthma bronchiale geht es um sehr geringe Dosierungen, die aber direkt an den Ort des Geschehens verfrachtet werden, um dort die extrem schädlichen Entzündungsprozesse herunterzuregeln. Der Nutzen dieser Medikamente ist daher um ein Vielfaches größer als ein möglicher Schaden, den manche Leute meinen, in den Vordergrund spielen zu müssen.
Erfahrungsbericht: Meine Depression und Behandlung mit Citalopram
Vor 17 Jahren war ich wegen chronischer Erschöpfung, Kopfschmerzen, permanenter Traurigkeit und Antriebslosigkeit bei mehreren Ärzten, die mir nicht helfen konnten. Ich wurde nur auf körperliche Symptome untersucht. Doch man fand keine physischen Erkrankungen.

Diagnose und Medikation
Als Monate später ein Neurologe nach eingehender Untersuchung Depressionen diagnostizierte, wurden mir als Therapie Medikamente und eine ambulante Psychotherapie verordnet. Zunächst verschrieb der Arzt das Antidepressivum Zoloft 100, das ich jedoch nicht gut vertrug. Ich litt häufig unter Durchfällen, hatte kaum Appetit.

Nach Rücksprache mit meinem Arzt setzte ich Zoloft schließlich schrittweise ab und erhielt Citalopram 40 mg. Nach einigen Tagen war ich enttäuscht, da sich noch keine Besserung zeigte. Im Gegenteil. Ich war in meinem schwarzen Loch gefangen, ohne jegliche Lebensfreude.
Doch nach etwa drei Wochen zeigte die Einnahme von Citalopram Wirkung. Als Erstes bemerkte ich, dass ich mehr Antrieb hatte. Während mir sonst sogar das Aufstehen, das Duschen und Ankleiden schwer fielen, kam ich plötzlich leichter aus dem Bett und hatte bald wieder Lust, mich schick zu machen. Auch meine Stimmungslage besserte sich. Citalopram half mir relativ schnell, den akuten Zustand zu stabilisieren. Erst dann konnte ich eine Psychotherapie beginnen. Ohne die Wirkung von Citalopram hätte ich weder die Kraft noch den Mut aufgebracht, um einen Therapeuten aufzusuchen, da ich mich wegen unbegründeter Ängste kaum aus dem Haus wagte.

Nachdem ich Citalopram einige Monate eingenommen hatte, waren sogar meine Ängste, unter vielen Menschen zu sein, fast verschwunden. Endlich hatte ich wieder Freude, Veranstaltungen zu besuchen und mich mit Freunden zu treffen. Die häufigen "Heul-Attacken" verringerten sich merklich.

Citalopram wirkt auf den Serotoninhaushalt. Man vermutet, dass bei der Entstehung von Depressionen die freigesetzte Menge an Serotonin zu gering ist. Das Hormon Serotonin ist unter anderem für eine aufgehellte Stimmung verantwortlich. Deshalb bezeichnet man es auch als „Glückshormon“. Citalopram soll den Serotoninhaushalt wieder ins Gleichgewicht bringen. Bei mir hat es funktioniert. Denn Schritt für Schritt kamen Lebensfreude und Energie zurück.

Zudem machte ich mit Citalopram eine weitere interessante Erfahrung: Zu dieser Zeit litt ich unter starken Rückenschmerzen, es bestand Verdacht auf einen Bandscheibenvorfall. Daher wurde eine Kernspintomografie durchgeführt, das heißt, ich musste "in die Röhre". So eine Untersuchung war für mich immer ein Alptraum. Allein die Vorstellung an die Enge erzeugte bei mir Herzrasen und Panikattacken. Bei meiner ersten Kernspintomografie wurde mir ein Beruhigungsmittel verabreicht, damit ich die Untersuchung überstand. Aber dieses Mal erlebte ich Erstaunliches. Ich war völlig entspannt, als ich in die Röhre geschoben wurde. Die Untersuchung dauerte etwa eine Viertelstunde, die ich gut überstand. Ich litt weder unter Herzrasen noch hatte ich Panik. Ich bin mir absolut sicher, dass dies an der Wirkung von Citalopram lag.

Die durch die Depressionen hervorgerufenen körperlichen Beschwerden (zum Beispiel Verspannungen, Kopfschmerzen) besserten sich ebenfalls. Nach etwa zwei Jahren reduzierte ich mit ärztlicher Erlaubnis die Dosis von 40 mg auf 20 mg. Viermal setzte ich seit der Diagnose das Medikament nach und nach ganz ab. Danach kam ich monatelang ohne Citalopram aus. Dass ich jedoch dauerhaft auf Citalopram verzichten kann, ist in meiner Situation unwahrscheinlich. Denn es gab und gibt hin und wieder äußere Umstände (Tod von Angehörigen, Partnerverlust, berufliche Probleme), die mich schnell wieder aus der Bahn werfen.
Aber inzwischen erkenne ich die ersten Anzeichen, wenn ich erneut in eine Depression abzurutschen drohe und kann Vorkehrungen treffen. Dazu gehört Citalopram, das bereits seit 2001 mein zuverlässiger Begleiter ist. Zur Zeit nehme ich täglich eine Tablette à 20 mg und fühle mich gut dabei. Ich nehme das Medikament stets zum Frühstück mit reichlich Wasser. Noch immer vertrage ich Citalopram sehr gut. Nebenwirkungen hatte und habe ich keine.
Erfahrungsbericht "Sodbrennen" (Refluxkrankheit) und Operation
Mein Leben mit Sodbrennen
Mit Ende 30 fingen die Beschwerden bei mir an, die sich später als Sodbrennen herausstellten. Anfangs habe ich den temporären Beschwerden wie Aufstoßen, Magenkrämpfen und gelegentlicher Übelkeit wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Es kam und ging, ich hielt es für eine Magenverstimmung. In der Apotheke verkaufte man mir auf das Präparat Maaloxan, das ich bei Bedarf einnahm. Die Probleme kamen mit der Zeit jedoch immer häufiger, die Angst vor einer ernsten Erkrankung stieg.

Diagnose: Refluxkrankheit
Mein damaliger Hausarzt untersuchte mich nicht wirklich, tippte jedoch auf Sodbrennen. Er überwies mich zu einem Gastroenterologen und verschrieb mir Omeprazol 10 mg, einmal morgens. Eine fachliche Beratung erhielt ich erst Wochen später beim Facharzt.
Ich wurde einer Magenspiegelung unterzogen, bei der eine Entzündung der Speiseröhre festgestellt wurde. Der Magenschließmuskel funktionierte, die Speiseröhre war nicht verengt. Der Arzt vermutete, dass mein Magen zu viel Magensäure produzierte. Hinzu kam meine ungesunde Lebensweise. Ich war im Außendienst tätig, aß oftmals fettig und rauchte viel. Hinzu kam der berufliche Stress, in einer Großstadt alle Termine einzuhalten.

Die Therapie
Eine medikamentöse Therapie schlug der Arzt für die ersten Wochen vor. Ich sollte Protonenpumpenblocker einnehmen und meinen Lebensstil grundlegend ändern. Ich sollte weiterhin täglich Omeprazol nehmen, nun aber 20 mg einmal morgens. Es zeigt sich mit der Zeit jedoch eine Wechselwirkung mit dem Medikament Cyclosporin, das ich dauerhaft wegen einer Lebertransplantation nehmen musste. Daraufhin wurde mir Pantoprazol 20 mg verschrieben, das verträglicher war. Der Facharzt zeigte sich entsetzt, dass mein Hausarzt dieses Medikament nicht sofort verschrieb.
Härter als die Einnahme des Medikaments traf mich jedoch die Einschränkung meines Alltags. Ich sollte auf Raten des Facharztes mit dem Rauchen aufhören und meine Ernährung grundlegend ändern. Vor allem der Verzicht auf Nikotin fiel mir schwer. Ich habe es auch vier Jahre später nicht geschafft, damit aufzuhören.

Keine Besserung - daher OP
Bedingt durch meine fehlende Motivation, dem Rauchen und dem Stress abzusagen, kam es zu keiner dauerhaften Besserung meiner Situation. Rund zwei Monate nach der ersten Untersuchung stellte der Gastroenterologe fest, dass meine Speiseröhre im Bereich des Mageneingangs stark verätzt und geschwollen war. Aufgrund meiner Vorerkrankung riet er mir zu einer Operation.
Bei einer endoskopischen Fundoplikatio wurde meine Speiseröhre um den Mageneingang verengt. Diese OP war ein voller Erfolg, da die Beschwerden danach suggestive zurückgingen. Ich hatte danach deutlich weniger Sodbrennen und Magenkrämpfe. Beflügelt wurde die Verbesserung meiner Situation durch den konsequenten Verzicht auf fettige Speisen und Alkohol. Ich achte vermehrt auf eine gesunde Lebensweise. Auf das Nikotin kann ich jedoch nicht verzichten. Zur Kontrolle suche ich daher auch weiterhin regelmäßig einen Gastroenterologen auf. Nach rund einem Jahr ist mein Zustand jedoch stabil.
Erfahrungsbericht: Herzinfakt und Bluthochdruck. Meine Medikation mit Bisoprolol, Ramipril, Amlodipin und Simvastatin
Mein Bluthochdruck als medizinische Erkrankung wurde anlässlich eines Herzinfarktes am Osterwochenende im Jahr 2006 in meinem damaligen Alter von 58 Jahren festgestellt. Bis dahin war ich als männlicher Patient zu verschiedenartigen Untersuchungen in sporadischen Abständen beim niedergelassenen Hausarzt in Behandlung. Anlässlich eines „Check-up“ als Tagespatient in einem Universitätsklinikum in Nordrhein-Westfalen wurde ein Cholesterinwert mit Krankheitssymptom festgestellt. Nach einem monatelangen Zögern entschloss ich mich dazu, dem Anraten des Arztes zu folgen und regelmäßig das Medikament Sortis (Wirkstoff: Atorvastatin) einzunehmen. Später wechselte ich, auch aus Kostengründen, bis heute hin zu dem Generikum Simvastatin.

Der Herzinfarkt wurde bestens behandelt und ausgeheilt. Für mich war damit jedoch die Notwendigkeit verbunden, regelmäßig und täglich mehrere Medikamente gegen den Bluthochdruck einzunehmen. Den messe ich darüber hinaus seit geraumer Zeit zweimal täglich jeweils gegen 08.00 Uhr morgens und gegen 20.00 Uhr abends. Zu den täglichen „Standardmedikamenten“ gehören jeweils morgens und abends je eine Tablette des Betablockers BisoHEXAL 5 mg (Wirkstoff: Bisoprolol) sowie des ACE-Hemmers Ramilopril HEXAL 2,5 mg (Wirkstoff: Ramipril). Diese Medikamente wurden mir als Generika vom Hausarzt verordnet, der nach einem Wohnungsumzug die übernächste Anschlussbehandlung übernahm.

Anlässlich einer Astvenenthrombose im linken Auge, die der Augenarzt ganz maßgeblich auf einen erhöhten Blutdruck zurückführte, nahm ich einen neuen Anlauf mit Blutdruckmessen und der Einnahme von Blutdruckmedikamenten. Ich hatte mehrere Jahre lang auf ein Messen verzichtet, sondern mich auf die eingenommenen Medikamente verlassen. Das Messungsergebnis war erschreckend. Trotz der wirklich täglichen Medikamenteneinnahme war der zum Zeitpunkt der Augenerkrankung gemessene Blutdruck bei 180 systolisch zu etwa 100 diastolisch. Als nicht wissender Patient war mir nicht bewusst, dass sich mein Körper im Laufe von sieben bis acht Jahren so an die Medikamente gewöhnt hatte, dass sie nicht mehr so wie beabsichtigt wirkten. Am Tag des Herzinfarktes wurde ein ähnlich hoher bis höherer Blutdruck gemessen.

Ich nahm aus diesem aktuellen Anlass Kontakt zu dem Arzt auf, der mich damals stationär anlässlich des Herzinfarktes behandelt und die Erstmedikamentation veranlasst hatte. Er verordnete mir die zusätzliche Einnahme von Hct HEXAL 12,5 mg (Wirkstoff: Hydrochlorothiazid). Diese Tablette nahm ich zunächst einmal täglich ein. Sie bekam mir jedoch nicht gut, sondern beeinträchtigte die Verdauung ganz maßgeblich. Nach nochmaliger Rücksprache wurde mir angeraten, Hct HEXAL nach eigenem Ermessen und Bekömmlichkeit einzunehmen. Das tue ich seitdem im Zweitagesrhythmus. Diese Tablette war und ist „durchschlagend wirksam“ in Bezug auf das Blutdrucksenken. Doch diese durchschlagende Wirkung hält jeweils nur einen Tag. Meinen Aufzeichnungen zufolge steigt der Blutdruck am zweiten Tag sichtbar an.

Nach Erörterung dieser aktuellen Situation mit dem jetzigen Hausarzt als Allgemeinarzt einigten wir uns auf folgende Medikamenteneinnahme, die bis heute so gilt: 1 Tablette Hct HEXAL 12,5 mg alle zwei Tage, und ebenfalls alle zwei Tage 1 Tablette Amlodipin HEXAL 5 mg. Diese beiden Tabletten nehme ich an demselben Tag, und zwar immer an den Tagen mit gerader Endzahl ein; Hct morgens, Amiodipin abends. Die täglich zweimalige Einnahme von Biso Hexal und Ramipril Hexal ist und bleibt unverändert bestehen. Hinzukommen noch weitere Medikamente wie Aspirin Protect, Allopurinol sowie Simvastatin.

Als Fazit lässt sich zusammenfassen, dass dieser jetzige „Medikamenten-Cocktail“ den Bluthochdruck seit nunmehr knapp zwei Jahren bestens in Schach hält. Die täglichen Messungen zeigen Monatsdurchschnittswerte von 115 bis 125 systolisch sowie 60 bis 80 diastolisch. Der Pulswert liegt je nach Tageszeit zwischen 60 und 70. Im Nachhinein betrachtet fühle ich mich mit diesem jetzigen Blutdruck deutlich besser als vor Jahren. Ich bin ruhiger, relaxter und gelassener. Sicherlich hinkt dieser Vergleich Heute zu Gestern etwas, weil ich zum Zeitpunkt des Herzinfarktes, wie es heißt, voll im Berufsleben stand. Die Infarktfolgen wurden mit einem Grad der Behinderung (GdB) von 30% anerkannt. Aus den vergangenen Jahren habe ich gelernt, mich nicht nur auf Medikamente zu verlassen, sondern auch auf das ergänzende Controlling mit regelmäßigem Messen. Die Augenerkrankung mit Dauerfolgen, die ihrerseits mit einem GdB von 10% anerkannt wurde, hätte ich mich dann wahrscheinlich erspart.
Erfahrungsbericht: Diazepam 5mg gegen Panikattacken bei Angststörung
Im Sommer 2015 bekam ich zum ersten Mal im Leben eine sogenannte Panikattacke. Ich hatte plötzlich ein entsetzliches Angstgefühl und glaubte, an Herzversagen sterben zu müssen. Mein Mann fuhr mich sofort in die nahe gelegene Praxis meines Hausarztes. Dieser führte die erforderlichen Untersuchungen wie EKG etc. durch und konnte keinerlei organische Ursache finden. Trotzdem wurde ich zur Sicherheit ins Krankenhaus eingewiesen, mit dem gleichen Ergebnis.
Nach ca. einer beschwerdefreien Woche kam die nächste Attacke mitten in der Nacht. Wieder hatte ich Todesangst, mein Mann rief den Notarzt, der wieder nichts finden konnte. Bei seinem Eintreffen ging es mir auch schlagartig sofort besser. Solche Zustände hatte ich in der Folgezeit öfter. Ich rief zwar nicht mehr den Arzt, weil mir inzwischen bewusst war, dass das Gefühl irgendwann vorbeigehen würde, aber ich fühlte mich zeitweise sehr schlecht.

Mein Hausarzt stellte die Diagnose Angststörung. Ich bekam eine Überweisung zum Psychologen (Wartezeit 4 Monate) und für die Zwischenzeit Diazepam (von Stada) verschrieben. Dieses Medikament hat mir von der ersten Einnahme an sehr geholfen. Ich habe es nicht regelmäßig eingenommen, sondern nur beim Herannahen des Panik-Gefühls eine Tablette mit 5 mg Wirkstoff. Die Wirkung hat recht schnell eingesetzt, schon nach 15 bis 20 Minuten löste sich das Angstgefühl auf.

Von den beschriebenen möglichen Nebenwirkungen wie zum Beispiel Schläfrigkeit, Benommenheit oder Konzentrationsstörungen, habe ich gar nichts bemerkt. Allerdings habe ich auch wirklich nur dann eine Tablette eingenommen, wenn es gar nicht anders ging. Und nach und nach brauchte ich sie seltener. Das Gefühl, für den Notfall ein wirksames Medikament zur Hand zu haben, bewirkte, dass ich es fast gar nicht mehr brauchte. Nach etwa einem Vierteljahr verschwanden die Panik-Attacken völlig und sind im letzten Jahr nicht wieder aufgetaucht Ich habe aber immer noch ein paar Diazepam in der Hausapotheke (nur zur Vorsicht).

Meine Dosierung 5mg bei Bedarf, Einnahmedauer ca. 3 Monate, weiblich, geboren 1961
Erfahrungsbericht "Windpocken" im Erwachsenenalter
Wer bekommt schon mit 25 Jahren Windpocken? Ich. Natürlich im Hochsommer, wo der Juckreiz - durch ständiges Schwitzen - noch unerträglicher wurde. Ich zwar zwei Wochen lang außer Gefecht; rückblickend kann ich sagen, dass Windpocken eine echt miese Kinderkrankheit sind.

Der Arzt hat mich relativ schnell in einen eigenen Raum geholt. Klar, der Warteraum war voll mit Patienten und der Arzt hatte wohl wenig Lust, in den nächsten Tagen zehn weitere Patienten mit Windpocken zu behandeln. Ich schilderte der Ordinationsgehilfin meine Krankheitssymptome und habe schon, bevor ich zum Arzt gefahren bin, meine Symptome "gegoogelt", sodass ich auch in der Lage war, eine Art Verdachtsdiagnose zu stellen ("Ich glaube, ich habe Windpocken“, ist wohl einer der Sätze, die Ordinationsgehilfen nur ungern zu hören bekommen). Wer nämlich um vier Uhr in der Früh aufwacht und feststellt, merkwürdige Pusteln auf seiner Haut zu haben, wird kritisch. Ich habe schon Tage zuvor diverse Anzeichen verspürt, krank zu werden. Eigentlich war ich der Meinung, einen grippalen Infekt zu haben. Fieber, Schüttelfrost, Gliederschmerzen - das waren jedenfalls die Gründe, warum ich Montag in der Früh in der Arbeit angerufen habe und mich krank meldete. Dienstag dann die Diagnose Windpocken.

"Wo waren Sie in den letzten Tagen?", fragte mich der Arzt. Ich überlegte. Wo könnte ich mich angesteckt haben? Plötzlich kam mir die Erkenntnis. Ich bin vor einer Woche aus Disneyland Paris zurückgekommen. Klar, das Kinderparadies schlechthin - die Wahrscheinlichkeit, nach Disneyland eine Kinderkrankheit zu bekommen, ist wohl höher als in anderen Urlaubsorten.

Es war der schier unbändige Juckreiz, der mir tatsächlich zugesetzt hat. Ich habe zwar eine juckreizlindernde Lotion erhalten, die ich auf die Bläschen aufgetragen habe, wobei - rückblickend betrachtet - die Wirkung eher schwach war. Vielmehr war ich mit den Schüttelmixturen beschäftigt, die dafür sorgten, dass die Bläschen austrockneten. Zudem versorgte mich mein Arzt mit fiebersenkenden Medikamenten.

Die ersten Tage waren der pure Horror. Der Juckreiz, das Fieber, die typischen Grippe-Symptome, verbunden mit einer Kinderkrankheit - das hat mich enorm geschwächt. Mein Arzt meinte, das sei normal; schlussendlich seien Kinderkrankheiten, wie etwa Windpocken, im Erwachsenenalter weitaus schlimmer. Ein schwacher Trost.

Nach einer Woche ging es mir besser. Nach zwei Wochen war der Spuk vorbei. Einerseits war ich froh, dass es zu keinen Komplikationen gekommen ist; andererseits war der Verlauf der Windpocken derart stark, dass ich kaum nachgekommen bin, die Schüttelmixtur aufzutragen. Spätestens dann, wenn man sich für eine Woche nicht den Kopf wäscht, weil die Bläschen sogar auf der Kopfhaut sind, beginnt man die Windpocken tatsächlich zu hassen.