Erfahrungsbericht: Paroxetin (SSRI) und Venlafaxin (SSNRI) im Vergleich

Tags
ICD-Code

F41.2

Um aus einer schweren Depression mit starken Angstzuständen herauszukommen, habe ich mit Paroxetin Tabletten zu 10mg pro Tag begonnen. Nach etwa einer Woche wurde die Dosis auf 20mg pro Tag morgens erhöht. Bereits nach dieser ersten Woche verspürte ich eine deutliche Verbesserung meiner Ängste. Nach der zweiten Woche erreichte ich meine maximale Dosis von 30mg pro Tag. 50mg wäre die empfohlene Höchstdosis, aber diese wollte ich nicht erreichen. Der Grund hierfür war der starke Appetit, vor allem abends und nachts, sowie die Unfähigkeit zum Höhepunkt zu gelangen. Meine Ängste nahmen weiter ab, sodass mir der Kontakt mit anderen Menschen wesentlich leichter fiel. Auch der Antrieb war deutlich gesteigert. Da ich zuvor etwa 8Kg an Gewicht verloren hatte, war die Gewichtszunahme von etwa 1,5Kg pro Woche für mich gut vertretbar. Weiter fiel mir auf, dass ich häufiger zum Wasserlassen musste. Der anfängliche Durchfall normalisierte sich nach den ersten drei Wochen.

Nach etwa 2 Monaten setzte ich auf Empfehlung Paroxetin ab und stieg auf Venlafaxin in retardierten Kapseln um. Absetzsymptome, wie starker Schwindel und Ängste, nahmen nach etwa 5 Tagen wieder ab. Ich habe mit einer Dosis von 37,5mg zum Einschleichen kurz nach dem Absetzen begonnen. Nach jeweils 20 Tagen wurde die Dosis auf 75mg, dann auf 150mg gesteigert. Ähnliche sexuelle Funktionsstörungen konnte ich bereits mit 75mg feststellen. Außerdem nahmen die Unruhezustände bei jeder Erhöhung zu. Der Appetit war nur leicht gesteigert, weshalb sich meine Gewichtszunahme nach insgesamt 10Kg einregelte. In den ersten 3 Wochen hatte ich fast täglich mit Übelkeit zutun. Die Tagesmüdigkeit nahm mit jeder Erhöhung zu, sodass ich nach 20 Tagen von 150mg auf 75mg runterging. Dennoch verspüre ich noch eine relativ starke Müdigkeit am Tag. Die Antriebslosigkeit ist auch noch verstärkt spürbar. Bei beiden Medikamenten haben sich meine Trauminhalte verändert. Ich träume nun intensiver. Weiter kann ich sagen, dass sich der Schlaf bei beiden etwa gleich gut verbessert hat. Venlafaxin hat nicht die gute angstlösende Wirkung wie Paroxetin. Das erschwerte Aufstehen am Morgen hat sich bei beiden Antidepressiva ähnlich wenig verbessert.

Beide Medikamente bieten eine gute unterstützende Wirkung bei Depressionen, um wieder mehr am Alltag teilnehmen zu können.