Meine Erfahrung mit Betablockern gegen Stress- und Angstzustände

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ICD-Code

F41.1

Vor einigen Monaten begannen bei mir ziemlich ungewöhnliche Symptome. Ich bekam Herzrasen, Zitteranfälle und Panikattacken. Mehrfach wurde ich mit dem Verdacht, auf Herzinfarkt in das hiesige Krankenhaus eingeliefert. Ein Martyrium aus Diagnostika begann. Zahlreiche EEGs und EKGs wurden geschrieben, ohne Befund. Belastungstests, Blutabnahmen und Röntgenbilder gaben ebenfalls keinen Aufschluss. Augenscheinlich bin ich körperlich gesund und fit. Doch meine Beschwerden können doch keine Einbildung sein?

Nachdem ich meinen dritten Anfall hatte und die Ärzte immer noch keine schlüssige Diagnose stellen konnten, kam der Verdacht auf, dass die Symptome durch Stress ausgelöst werden könnten. Ich versuchte alle möglichen Stressauslöser in meinem Alltag zu rationalisieren. Kurzzeitig trat eine Besserung auf, doch diese hielt leider nicht lange an. Mit voller Wucht traf mich ausgerechnet an meinem Geburtstag eine neue Attacke. Ich bekam keine Luft mehr, mein Herz raste und mein Kreislauf sackte vollends ab. Wieder fanden die Ärzte nichts. So konnte es nicht weitergehen, meine Lebensqualität ging gegen null. Ich war weder beruflich noch privat belastbar.

Verzweifelt schlug ich ein weiteres Mal bei meinem Hausarzt auf und klagte ihm mein Leid. Er verschrieb mir Betablocker zur Beruhigung. In der Hoffnung das diese mich über die stressigen Zeiten bringen und meine Panikattacken mildern. Etwas verdutzt startete ich noch am selben Tag mit der Therapie.

Wir fingen mit einer sehr niedrigen Dosis an, um meinen Körper langsam an die Medikamente zu gewöhnen. Allerdings stellte ich darauf kein positiver Effekt bei mir ein. Nach zweiwöchiger Einnahme entschlossen wir uns dazu die Dosis zu erhöhen. Der erste Tag mit der höheren Dosis knockte mich komplett aus. Wie auf Wolken schwebte ich durch den Tag und fühlte mich wie in Watte gepackt. Dieses Gefühl ließ nach einigen Tagen nach und mein Körper fing an das Medikament richtig aufzunehmen. Ich verspürte immer noch einen Druck im Brustraum, aber mein Kopf kam zur Ruhe. Nicht mehr ständig kreisten meine Gedanken um meine Symptome. Nach Monaten konnte ich mich erstmals wieder entspannen. Erst jetzt merkte ich, wie sehr die Anspannung meinen Körper verkrampft hatte. Überall spürte ich Muskelverhärtungen, besonders im Oberkörper.

Beim hausärztlichen Kontrolltermin wurde ich genauestens untersucht. Leider stellte ich dabei heraus das die Dosis zu hoch war. Mein Blutdruck war deutlich unter der Norm und auch mein Puls war extrem niedrig. Also kam es wieder zu einer Einnahmekorrektur. Wieder bei der niedrigen Menge angelangt, reagierte ich aber nicht mehr auf die Betablocker. Die Angstzustände und Panikattacken kamen zurück. Als wäre nichts gewesen lebte ich nun wieder mit der ständigen Angst vor dem nächsten Vorfall. Da die Einnahme der Betablocker nun keinerlei Effekt mehr für mein gesundheitliches Wohlergehen hatte, beendete ich die Therapie nach ärztlicher Absprache wieder.

Mein Fazit dazu, wenn mein Körper besser auf die Medikamente reagieren würde, würde ich diese auf jeden Fall weiter nehmen. Unter der hohen Dosis der Betablocker erlebte ich nach langer Zeit endlich eine spürbare Besserung. Ich hätte es nicht für möglich gehalten das Betablocker bei dieser Symptomatik so einen deutlichen Erfolg erzielen konnten. Da die Einnahme meine körperlichen Funktionen ziemlich runter fuhr, musste ich nun leider auf eine Alternativbehandlung setzten und hoffe das diese nur annähernd denselben Effekt erzielt, wie vormals die Betablocker.