Vergleich Methylphenidat (Medikinet) und Lisdexamfetamin (Elvanse) bei ADHS

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Erfahrungsbericht, Methylphenidat, Lisdexamfetamin, ADHS, Nebenwirkungen
F90.-

persönlicher Erfahrungsbericht

Bei der Therapie von ADHS im Erwachsenenalter wurden bei mir unterschiedliche Medikamente zur Behandlung der Symptome genutzt.

Gestartet wurde meine Behandlung mit dem am meisten genutzt Wirkstoff Methylphenidat (Präparat Medikinet® adult), die Dosierung wurde hier auf mein Gewicht angepasst. Bei Medikinet wurde meine Konzentration gesteigert und ich konnte die unterschiedlichsten Dinge strukturierter angehen. Mit diesem Medikament gelang es mir leicht meine Arbeit zu verrichten und mich gleichzeitig um die Haushaltsführung zu kümmern. Jedoch wurde meine emotionale Situation verschlimmert und ich hatte während der Wirkdauer eine kontinuierlich anhaltende innere Unruhe und ich konnte meine Gefühlsausbrüche nicht kontrollieren. Bei Medikinet kommt es zu einem Reboundeffekt, dies bedeutet, dass beim abklingen der Wirkung kehren die Symptome doppelt so stark (meines Erachtens nach) zurück. Ich wachte nachts häufig auf und bekam Heißhungerattacken und aß Süßkram. Diese Attacken waren mir jedoch oft am Morgen danach nicht mehr im Gedächtnis und machten sich jedoch bemerkbar durch eine starke Gewichtszunahme. Die Wirkdauer von Medikinet betrug bei mir nur etwa sechs Stunden, trotz Einnahme der Dosis zu zwei Zeitpunkten.

Aufgrund der vielen, für mich gravierenden, Nebenwirkungen und der dafür geringen Behandlung meiner Symptome wechselte ich auf ein anderes Präparat mit dem Wirkstoff Lisdexamfetamin (Präparat Elvanse® adult). Bei diesem Medikament wird nicht zwangsläufig nach Gewicht dosiert, so mussten die Ärztin und ich uns erst an die richtige Dosis herantasten. Schon bei Einnahme der geringeren Dosis merkte ich, dass keine innere Unruhe vorhanden war und ich strukturiert und konzentriert bei der Sache bin. Ich vergesse weniger Aufgaben, die ich zu erledigen habe und auch meine Gefühlswelt wurde wieder normal, sodass der Umgang mit mir für meine Mitmenschen leichter wurde. Einen Reboundeffekt wie bei dem Präparat mit Methylphenidat habe ich durch Elvanse nicht. Bevor ich Elvanse nehme muss ich eine Mahlzeit (Frühstück, da ich das Medikament morgens nehme) zu mir nehmen, da es bei mir einen Appetitverlust als Nebenwirkung bewirkt. Zu dem Appetitverlust kann es unter dem Medikament dazu kommen, dass ich bis zum Abend vergesse etwas zu essen und so mein Körper an seine Grenzen kommt. Da Elvanse eine, bei mir lange, Wirkdauer von bis zu 14 Stunden hat, kommt es häufig vor, dass ich am Abend nicht einschlafen kann und erst sehr spät schlafe.

Beide Präparate haben bei mir Nebenwirkungen, entscheidend für mich sind Nebenwirkungen mit denen am Besten umzugehen sind und die mich nicht zu sehr beeinträchtigen und nicht all zu stark sind.