Vergleich Sertralin und Cymbalta (Duloxetin)

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Sertralin, Cymbalta®, Duloxetin, Antidepressiva, Depression, Zwangsgedanken, Nebenwirkungen, Schwitzen, Appetitlosigkeit, Sehstörung, Mundtrockenheit, Übelkeit, Libidoverlust, Medikamentenvergleich
F32.-

Ich leide an einer depressiven Krankheitssymptomatik, die mit starken Zwangsgedanken einhergeht. Deshalb habe ich 2019 zwei Antidepressiva ausprobiert. Meine Erfahrungen mit den Mitteln Sertralin und Cymbalta® (Duloxetin) möchte ich nachfolgend schildern. Bei beiden Mitteln handelt es sich um Antidepressiva.

Anfang 2019: Sertralin
Mein Psychiater klärte mich zunächst über das Mittel auf. Die Wirkung tritt bei Sertralin nicht sofort ein. Auf die antidepressive Wirkung muss man in der Regel etwa zwei Wochen warten. Die Wirkung gegen Zwangsgedanken hingegen würde später eintreten, etwa nach vier bis sechs Wochen. Ich nahm das Mittel ein, die Dosis wurde schrittweise auf 200 mg erhöht. Die Nebenwirkungen traten sofort ein. Ich schwitzte mehr, hatte weniger Appetit, sah etwas verschwommen und hatte ständig Mundtrockenheit mit Durstgefühl. Die Mundtrockenheit führte dazu, dass ich etwa fünf bis sechs Liter Flüssigkeit pro Tag trank. Leider trat weder die antidepressive Wirkung, noch die Wirkung gegen Zwangsgedanken ein. So kam es, dass das Mittel schrittweise wieder ausgeschlichen wurde. Der Versuch mit Sertralin brachte also nicht den gewünschten Effekt.

Frühjahr 2019: Cymbalta
Nachdem der Versuch mit Sertralin schief gelaufen war (Nebenwirkungen ja, erwünschte Wirkungen nein), meinte mein Psychiater, dass Cymbalta (Duloxetin) ein für mich geeignetes Mittel sein würde. Er erzählte mir, dass er viele Kollegen kenne, die Cymbalta gerne bei Patienten wie mir verschreiben, die neben der Depression eine ausgeprägte Zwangssymptomatik haben. So fingen wir klein an mit 30 mg, um schrittweise auf 150 mg hochzudosieren. Ebenso wie bei Sertralin teilte man mir mit, dass die antidepressive Wirkung nach etwa zwei Wochen eintritt, die Anti-Zwang-Wirkung wiederum nach etwa vier bis sechs Wochen. Die Nebenwirkungen traten sofort ein: Ich hatte erneut Mundtrockenheit, schwitzte ebenso wie bei der Sertralin-Einnahme mehr, hinzu kam leichte bis mittlere Übelkeit. Darüber hinaus fiel meine Libido auf den Nullpunkt. Jedoch erwies sich die Einnahme von Cymbalta als Erfolg, denn nach knapp zwei Wochen merkte ich die antidepressive Wirkung deutlich, und nach etwa vier Wochen litt ich weniger an den Zwangsgedanken. Die Übelkeit nahm mit der Zeit ab, die anderen Nebenwirkungen blieben jedoch. Da ich allerdings sehr von dem Mittel profitiere, kann ich die Nebenwirkungen gut in Kauf nehmen. Ich bin sehr zufrieden mit Cymbalta und nehme es immer noch.
Kein Libidoverlust bei Sertralin. Von allen Wirkungen und Nebenwirkungen fande ich das am schlimmsten. Bei der Dosis müsste man diesbezüglich zu überhaupt nix mehr in der Lage sein. Aber falls es dir bei den Zwangsgedanken geholfen hat, dann ist das Wohl der Preis der zu Bezahlen ist.