Erfahrungsbericht "Escitalopram" bei vermeidender Persönlichkeitsstörung

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F32.-

Warum Escitalopram?

Vor einigen Monaten wurde bei mir eine sogenannte vermeidende Persönlichkeitsstörung diagnostiziert, welche zeitweise mit starken Depressionen, Panikattacken und sozialer Angst einhergeht. Diese wurden teilweise so stark, dass ich täglich mit Suizidgedanken zu kämpfen hatte, nicht schlafen konnte und das Haus überhaupt nicht mehr verlassen wollte. Obwohl ich mich während dieser schlimmen Zeit in Therapie befand, wollten meine Symptome einfach nicht besser werden. Meine Therapeutin schlug dann vor, es einmal mit einem Medikament zu versuchen und die Wahl fiel auf Escitalopram, welches ich nun seit vier Monaten einnehme.

Meine Dosis und Nebenwirkungen

Um die Nebenwirkungen so gering wie möglich zu halten, startete ich mit 5mg des Medikaments, was gleichzeitig auch die kleinstmögliche Dosis ist. Die ersten 4-5 Tage waren sehr anstrengend, da hier die Nebenwirkungen am stärksten waren. Leider hatte ich auch recht viele Nebenwirkungen, die wie folgt aussahen:

Direkt nach der Einnahme der ersten Tablette bekam ich recht starke Kopfschmerzen, welche den ganzen Tag anhielten und erst am zweiten Tag weniger wurden. Dafür setzte eine starke Müdigkeit und ein Schwindelgefühl ein, welche noch für die nächsten Tage anhielt. Außerdem hatte ich immer wieder Bauchschmerzen und Übelkeit und auch eine Appetitlosigkeit, welche sich erst nach ca. 1,5 Wochen wieder legte. Auch fühlte ich mich oft ruhelos und hatte Probleme beim Einschlafen, welche sich jedoch schnell wieder legten.

Nach zwei Wochen mit 5mg des Medikaments erhöhte ich meine Dosis nach Absprache mit meiner Psychiaterin auf 10mg und einige der Nebenwirkungen kamen zurück, besonders die Schläfrigkeit, die Magenprobleme und die Appetitlosigkeit, welche sich jedoch schneller legten, als am Anfang und ich fühlte mich auf den 10mg allgemein recht wohl. Trotzdem entschied ich mich, meine Dosis auf insgesamt 15mg zu erhöhen. Auch hier kamen einige der Nebenwirkungen wieder zurück, legten sich jedoch innerhalb weniger Tage komplett. Nun, nach vier Monaten mit Escitalopram verspüre ich so gut wie keine Nebenwirkungen und wenn doch, sind sie extrem leicht.

Meine Erfahrung und Prognose

Ich kann guten Gewissens sagen, dass Escitalopram mir enorm viel Lebensqualität und Kraft zurück gegeben hat. Für mich setzten, trotz merklicher Nebenwirkungen, auch die positiven Effekte recht schnell ein und ich merkte bereits nach zwei Wochen der 5mg Escitalopram eine Besserung und Stabilisierung meiner Laune. Ich fühlte mich viel energiegeladener und konnte wieder die kleinen Dinge des Lebens mehr zu schätzen wissen. Da bei einer niedrigen Dosierung des Medikaments jedoch normalerweise keine Besserung von Panik und sozialen Ängsten eintritt, erhöhte ich meine Dosis schrittweise auf eine finale Dosis von 15mg, welche perfekt für mich sind. Ich kann wieder alles tun, was ich möchte und fühle mich endlich wieder wie ich selbst. All meine Ängste und negativen Gedanken sind wie in Watte gepackt und viel weiter weg. Da ich eine Persönlichkeitsstörung habe, welche schwer zu behandeln ist, ist zu erwarten, dass meine Symptome nach Absetzen des Medikaments zurückkommen, weshalb ich momentan nicht an ein Absetzen denke.