Meine Erfahrung mit der Kleinstdosierung von Mirtazapin

Tags
ICD-Code

F41.2

Mir wurde eine Kleinstdosierung verschrieben, da ich auf Medikamente mit beruhigender Wirkung und Müdigkeit als Nebenwirkung sehr extrem reagiere.

Die Wirkung von Melperon im Zusammenspiel mit Amioxid

Von meiner behandelnden Psychiaterin wurde mir, zusammen mit Amioxid (Amitriptylinoxid), Melperon zur Beruhigung von Unruhe- und Angstzuständen, sowie depressionsbedingter Schlafstörungen verschrieben. Ich berichtete ihr von meinen früheren Erfahrungen mit Atosil (Promethazin) während Klinikaufenthalten und meiner Sorge, dass es mir wieder so ergehen könnte.
Schon eine niedrige Menge verursachte bei mir zwar einen guten Schlaf in der Nacht, jedoch auch am darauffolgenden Tag extreme Müdigkeit, sodass ich mich sogar während den Therapien kaum bis gar nicht wachhalten konnte. Das verbesserte sich erst in der darauffolgenden Nacht allmählich.
Zwischenzeitlich versuchte ich es mit pflanzlichen Mitteln, wie Baldrian. Diese zeigten bei mir aber leider so gut wie keine Wirkung.

Deshalb bekam ich ein Rezept für kleine Dosierungen von Amioxid und als Bedarfsmedikament Melperon. Als ich mich dann bald wieder in einem starken Unruhezustand befand, griff ich zu Melperon. Die 25 mg - Tablette lässt sich in 4 Teile teilen. Ich halbierte sie und spürte, wie ich langsam müde wurde. Etwa 2 Stunden später erlitt ich einen Kreislaufzusammenbruch mit Bewusstlosigkeit.
Beim nächsten Termin gab ich meiner Psychiaterin die Tabletten zurück. Wir vermuteten, dass ich die Medikamente, vor allem gleichzeitig, wegen meines schwachen Kreislaufs nicht gut vertrage.

Neue Medikation Bupropion und Mirtazapin

Mittlerweile nehme ich Bupropion, das eine antriebssteigernde Wirkung hat. Zusätzlich wurden mir wegen der Schlafstörungen 15 mg Mirtazapin verschrieben. Ich sollte die Tablette erst einmal vierteilen. Ich ging also gleich nach dem Termin in die Apotheke. Die Apothekerin schaute sich mit leicht irritiertem Blick das Rezept an und suchte alle Packungen von sämtlichen Herstellern heraus, fand aber nur solche, die man halbieren kann. Sie schenkte mir netterweise noch eine Tablettenbox, in der ich die „Brösel“ der Tablette aufbewahren könne, die beim Zerteilen entstehen.

Und hierbei sehe ich die Problematik einer Kleinstdosierung in Tablettenform. Man wird nur schwer immer die gleiche Menge beim Zerteilen mit dem Messer oder der Schere herausbekommen, besonders bei so kleinen Tabletten. Mit Tablettenteilern machte ich die gleiche Erfahrung. Jedoch blieb mir erst einmal nichts anderes übrig, als zu schätzen. Und nebenbei fand ich es schwer zu glauben, dass so ein kleiner Teil einer ohnehin schon winzigen Tablette irgendetwas bewirken kann.

Ich vertrug die Dosis in der ersten Nacht jedoch gut. Nach etwa einer Stunde wurde ich müde und ruhig. In der Nacht wachte ich nicht auf und lag dann wie sonst zwei Stunden wach. Am nächsten Morgen fiel es mir aber enorm schwer, aufzustehen. Im weiteren Verlauf des Tages war ich dann wieder sehr schläfrig und unkonzentriert, was sich in den darauffolgenden Tagen aber besserte. Nach ungefähr zwei Wochen machte ich mit einer halben Tablette weiter, da die Wirkung etwas nachließ. Das Aufstehen fällt trotzdem noch schwer, was aber auch zum Teil an der Antriebslosigkeit liegen mag.

Abschließend kann ich sagen, dass eine Kleinstdosierung für mich die einzige Option ist, wenn es um schlaffördernde oder beruhigende Antidepressiva geht.